Hohes Homozystein der Mutter schadet

Erhöhte pränatale Homozysteinspiegel könnten ein Risikofaktor für Schizophrenie bei den Kindern sein, denn Homozystein ist ein partieller Antagonist des N-methyl-D-Aspartat-Rezeptors. Außerdem weiß man, dass hohes Homozystein zu einer abnormalen Plazentafunktion sowie zu Schwangerschaftskomplikationen führen kann.

Dr. Alan S. Brown von der Columbia University, New York und Kollegen von der Kaiser Foundation Division of Research, Oakland, und dem Public Health Institute, Berkeley, in Kalifornien, haben nun untersucht, ob erhöhte Homozysteinspiegel im dritten Trimester der Schwangerschaft das Schizophrenierisiko bei den Neugeborenen erhöhen.

Die Wissenschaftler nutzten für ihre Fall-Kontroll-Studie Daten einer Geburtskohorte aus den Jahren 1959 bis 1967 mit mehr als 12.000 Geburten. Alle Neugeborenen wurden bis in die Jahre 1981 bis 1997 nachverfolgt.

63 Fälle einer manifesten Schizophrenie beziehungsweise schizoaffektiver Erkrankungen traten in diesem Zeitraum auf. Beim Abgleich dieser Fälle mit den archivierten Blutwerten zeigte sich: Das Risiko, im Erwachsenenalter von einer Schizophrenie oder schizoaffektiven Erkrankung betroffen zu sein, steigt auf das 2.39-fache, wenn der Homozysteinspiegel bei der Mutter im dritten Trimester erhöht war.

Natürlich stellen sich auch die Autoren die Frage nach dem pathophysiologischen Zusammenhang dieser Beobachtung. Eine mögliche Erklärung besteht darin, dass zu viel Homozystein die Gehirnentwicklung des wachsenden Fötus direkt beeinträchtigt. Es wäre aber auch denkbar, dass Homozystein das Gefäßsystem der Plazenta beeinflusst und damit indirekt zu einer Störung der Gehirnentwicklung beiträgt.

Falls weitere Studien dies bestätigen, dann empfehlen die Studienautoren, Schwangere mit Folsäure zu versorgen, das die Homozysteinspiegel senkt.


MEDICA.de; Quelle: Archives of General Psychiatry 2007, Vol. 64, S. 31-39