Studien haben gezeigt, dass Männer und Frauen mit einem Diabetes mellitus Typ 2 eine höhere Knochendichte haben als Gleichaltrige ohne Diabetes mellitus. Möglicherweise liegt das daran, dass sie im Durchschnitt schwerer sind als Gesunde. Trotzdem vermutet man, dass Diabetiker ein höheres Risiko für Frakturen des Oberschenkelhalses haben. Näheres sollte dazu eine statistische Analyse von Daten aus dem US-Bundesstaat Ontario zeigen.

Die Wissenschaftler nutzten für diese Untersuchung retrospektiv die Daten von 197.412 Bürgern des Staates Ontario, die in den Jahren 1994 und 1995 an einem Diabetes mellitus Typ 2 litten und über 66 Jahre alt waren. Diese Personen wurden bis zum März 2003 nachverfolgt. 401.400 gleichaltrige Bürger desselben Bundesstaates, aber ohne eine Diabeteserkrankung, dienten als Kontrollgruppe.

Während des durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraums von 6.1 Jahren traten insgesamt 22.267 Oberschenkelhalsfrakturen auf. Frauen traf es mit durchschnittlich 8.87 Fällen pro 1.000 Personenjahre deutlich häufiger als Männer (3.94 Fälle pro 1.000 Personenjahre).

Ein Vergleich der Diabetiker mit den Nicht-Diabetikern zeigte: Personen mit einem Diabetes mellitus Typ 2 haben häufiger Komorbiditäten als Personen ohne Diabetes, ihre Knochendichte wird seltener gemessen und sie nehmen häufiger Medikamente ein, die das Risiko für Stürze und damit für Oberschenkelhalsfrakturen erhöhen.

Nachdem man diese Störfaktoren herausgerechnet hatte, zeigte sich dennoch, dass auch die Diabeteserkrankung alleine schon das Frakturrisiko erhöht: bei Männern um 18 Prozent (p kleiner 0.0001) und Frauen um elf Prozent (p kleiner 0.0001).

Weitere Studien sollen jetzt zeigen, warum sich Diabetiker trotz der höheren Knochendichte häufiger Oberschenkelhalsfrakturen zuziehen als Nicht-Diabetiker.

MEDICA.de; Quelle Diabetes Care 2007, Vol. 30, S. 835-841