Honig wirkt oft besser als Antibiotika

Süß für uns, bitter für Bakterien
© PixelQuelle.de

In den zwei Weltkriegen sorgten Umschläge aus Honig dafür, dass die Verletzungen der Soldaten besser heilten. Die aufkommenden Antibiotika verdrängten das Hausmittel jedoch. "Heute sind wir in der Klinik mit Keimen konfrontiert, die gegen fast alle gängigen Antibiotika resistent sind", erklärt Dr. Arne Simon. "Damit wird medizinischer Honig für die Wundpflege wieder interessant."

Simon arbeitet auf der Krebsstation der Bonner Universitäts-Kinderklinik. Seit einigen Jahren wird dort Medihoney in der Wundpflege eingesetzt. Der Erfolg ist erstaunlich: "Abgestorbenes Gewebe wird schneller abgestoßen, und die Wunde heilt schneller", betont Kai Sofka, Wundpflegespezialist an der Uni-Kinderklinik. "Außerdem bereitet der Verbandswechsel weniger Schmerzen, weil sich die Umschläge leicht entfernen lassen, ohne die neu gebildeten Hautschichten zu verletzen."

Trotz aller Erfolge mit Honig gibt es bislang nur sehr wenige belastbare klinische Studien zu seiner Wirksamkeit. Zusammen mit Kollegen aus Düsseldorf, Homburg und Berlin wollen die Bonner Ärzte nun Abhilfe schaffen. Mit der selbst entwickelten Woundpecker-Datenbank werden sie in den nächsten Monaten über 100 Krankheitsverläufe dokumentieren und auswerten.

Dass Medihoney sogar multiresistenten Keimen wie den so genannten MRSA den Garaus macht, ist schon bewiesen. Der Honig liefert sich in dieser Hinsicht sogar ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Antibiotikum Mupirocin - das ist momentan das lokale MRSA-Antibiotikum der Wahl. Das zeigt eine Studie, die kürzlich von Forschern in Australien veröffentlicht wurde. In einem Punkt war Medihoney seinem Konkurrenten sogar überlegen: Die Bakterien entwickelten im Laufe der Behandlung keine Resistenz gegen das Naturprodukt.

MEDICA.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn