Magenbypass: Hormon sagt individuelle Effektivität voraus

07/11/2013
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Der Magenbypass senkt Übergewicht und den Blutzucker bei Typ-2-Diabe-
tes. Die Wirksamkeit des Hormons GLP-1 kann die Effektivität des Eingrif-
fes voraussagen; © panthermedia.
net/Jaimie Duplass

Die Wirksamkeit des im Magen-Darm-Trakt gebildeten Hormons GLP-1 kann die Effektivität eines Magenbypass voraussagen. Die GLP-1-Empfindlichkeit könnte somit als neuer prädiktiver Biomarker für personalisierte Therapieansätze bei Typ-2-Diabetes und Adipositas dienen.

Dies berichten Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und der Universität Cincinnati, USA. Der Magenbypass gehört zu den am häufigsten durchgeführten chirurgischen Methoden in der Therapie der Fettleibigkeit (Adipositas) und führt bei den meisten Patienten schnell zu einem verringerten Körpergewicht. Daneben kommt es durch den Eingriff – und bereits vor Gewichtsabnahme - zu einem verbesserten Zuckerstoffwechsel. Diese Stoffwechselverbesserungen variieren jedoch erheblich von Patient zu Patient.

In welchem Ausmaß der Magenbypass den Stoffwechsel verbessert, könnte möglicherweise durch einen Hormontest vorhergesagt werden. Dies haben Prof. Matthias Tschöp und Kollegen vom Institut für Diabetes und Adipositas (IDO) am Helmholtz Zentrum München (HMGU) gemeinsam mit Dr. Kirk Habegger und Kollegen vom Metabolic Disease Institute der University of Cincinnati am Tiermodell herausgefunden.

Nach einer Magenbypass-Operation steigt die Konzentration des Darmhormons GLP-1 (Glukagon-like-peptide 1) im Blut deutlich an. GLP-1 steigert die Insulin-Ausschüttung und trägt damit zu verbesserten Blutzuckerspiegeln und Blutfetten bei. Wie die Wissenschaftler um Tschöp und Habegger nun zeigen, variiert die Wirksamkeit von GLP-1 auf den Zuckerstoffwechel, wobei die Effektivität des Magenbypass umso stärker war, je empfindlicher die Ratten gegenüber GLP-1 waren.

Somit könnte die Empfindlichkeit gegenüber GLP-1 ein wesentlicher Indikator für den Erfolg des Magenbypass sein. „Wenn sich unsere Ergebnisse in Patientenuntersuchungen bestätigen, könnte man vor einem geplanten Eingriff die Hormonantwort testen und dann vorhersagen, welche Patienten besonders davon profitieren würden“, erklärt Tschöp. „So tragen wir zur Weiterentwicklung personalisierter Therapieansätze für Typ-2-Diabetes und Adipositas bei. Für chirurgische Eingriffe ist dies besonders wichtig, da es sich um komplexe und nicht leicht rückgängig zu machende Operationen handelt.“

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz Zentrum München