Hormon schützt nicht vor Gebrechlichkeit

Mit Dehydroepiandrosteron wird
Mann wohl nicht wieder agil
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Wissenschaftler vermuten, dass der Rückgang an Androgenen bei Männern im fortgeschrittenen Lebensalter Ursache vieler Altersbeschwerden ist. Logischerweise hat man versucht, durch Hormonsubstitution das Altern bei Männern zu verzögern. Dadurch, so die Hoffnung, könnte man den Verlust an Muskelmasse herauszögern, die Muskelkraft an sich verbessern, das Körperfett reduzieren und das subjektive Wohlbefinden verbessern.

Eines jener Hormone, die in Bezug auf das Altern immer wieder genannt werden, ist das Dehydroepiandrosteron (DHEA). Dieses Hormon war nun auch Gegenstand einer Untersuchung am University Medical Center Utrecht in den Niederlanden. Hinzu kam der Wirkstoff Atamestan, der die Testosteronausschüttung bei älteren Männern um bis zu 50 Prozent steigern kann.

An der Untersuchung nahmen 100 Männer im Durchschnittsalter von 78 Jahren teil. Alle waren gesund, zeigten jedoch deutliche Zeichen von Gebrechlichkeit und körperlicher Schwäche. Randomisiert erhielten sie 36 Wochen lang entweder DHEA oder Atamestan oder beides beziehungsweise keine Behandlung.

83 Probanden beendeten die Studie. Das Maß der Gebrechlichkeit beziehungsweise die körperliche Stärke wurde anhand verschiedener Tests gemessen. So untersuchte man zum Beispiel die Kraft in den Beinextensoren und die körperliche Allgemeinkraft.

Die Ergebnisse waren ernüchternd: Männer in den untersuchten Gruppen unterschieden sich nach der 36-wöchigen Intervention in keiner Weise voneinander. Die Gabe von DHEA oder Atamestan beziehungsweise beidem hatte also keinerlei Einfluss auf die Kraft beziehungsweise Anzeichen von Gebrechlichkeit bei den untersuchten Männern.

Die Studienleiter erwähnen allerdings, dass ihre Studie mit 36 Wochen relativ kurz war. Möglicherweise haben die beiden genannten Wirkstoff doch einen positiven Effekt, wenn man sie länger einnimmt.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2006, Vol. 91, S. 3988-3991