Zur Standardtherapie des lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinoms gehören unter anderem Hormontherapie und Radiotherapie. Verschiedentlich gab es anekdotische Berichte von Ärzten, die berichteten, dass bei ihren Patienten unter der Radiotherapie der Penis kleiner geworden sei. Eine systematische Untersuchung zu dieser Frage hat es bislang aber nicht gegeben.

Das holt nun eine Studie mit 47 Männern nach. Alle wurden zwischen November 2000 und November 2005 wegen eines lokalen Prostatakarzinoms mit Leuprorelin oder Goserelin behandelt. Im Abstand von drei Monaten erhielten sie eine Injektion, insgesamt drei Injektionen. Im siebten Monat begannen die Ärzte mit einer Radiotherapie (70 Gy), die sieben Wochen andauerte. Vor der Androgen-Suppressionstherapie vermaßen die Ärzte die Penislänge ihrer Patienten. Dazu wurde der Penis gezogen und dann die Länge mit einem einfachen Lineal gemessen. Alle drei Monate wiederholte man diese Messung.

Schon bei der zweiten Messung, also drei Monate nach Beginn der Antiandrogentherapie, zeigte sich der Penis bei den meisten Männern kürzer als zu Beginn. Statistische Signifikant erreichte diese Messung aber erst 18 Monate nach Beginn der Therapie, als auch die Radiotherapie bereits beendet war: Von durchschnittlich 14,2 Zentimetern vor Beginn der Therapie hatte sich der Penis auf durchschnittlich 8,6 Zentimeter verkürzt (p kleiner 0.001).

Auch die erektile Funktion hatte unter der kombinierten Antiandrogen-Radiotherapie zu leiden. Vor der Therapie war die erektile Funktion bei 23 Prozent der Männer normal. Nach 18 Monaten erreichten nur noch 12,5 Prozent der Männer eine Erektion, die für den Geschlechtsverkehr ausreichte.


MEDICA.de; Quelle: http://www.jurology.com 2007, Vol. 177, S. 128-130