Das konnten jetzt Italiener vom Regina Elena Cancer Institute in Rom in einer Meta-Studie zeigen: Sie zogen dazu die Daten von sieben Phase-III-Studien heran, an denen insgesamt 4.373 Patienten teilgenommen hatten. Obwohl die Studien methodisch zum Teil sehr unterschiedlich waren, konnten die Italiener mit Hilfe statistischer Methoden klare Unterschiede zwischen der alleinigen Radiotherapie und der Kombination aus Radiotherapie und Hormonen wie den LHRH-Agonisten Goserelin oder Leuprorelin zeigen.

Solche Hormonagonisten werden zwar häufig beim metastasierten Prostatakarzinom eingesetzt. Ob sie auch in früheren Stadien des Tumorwachstums Verwendung finden sollten, war jedoch bislang nicht klar.

Die Kombinationstherapie senkt die Rezidivrate signifikant bei einer „number needed to treat“ (NNT) von neun Patienten. Die Gesamtüberlebensrate liegt ebenfalls deutlich über jener nach alleiniger Radiotherapie (NNT: 16 Patienten). Auch die krankheitsspezifische Überlebensrate verlängert sich unter der Kombinationstherapie (NNT: 30 Patienten).

Wurden die Wirkstoffe über einen längeren Zeitraum hinweg verabreicht, dann verbesserte das die progressionsfreie Überlebensrate eher als eine kurzzeitige Hormontherapie.

Die italienischen Wissenschaftler, die ihre Studienergebnisse beim 31. Jahreskongress der European Society of Medical Oncology (ESMO) vorstellten, können über die Gründe für den deutlichen Vorteil der Hormon-Radiotherapie-Kombination nur spekulieren. Möglicherweise, so vermuten sie, reduzieren die Hormone die lokale Tumorlast oder sie zerstören disseminierte Zellen, bevor diese sich festsetzen können. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass nicht alle entarteten Zellen durch die Radiotherapie getroffen werden und daher durch die Hormone angegriffen werden können.

MEDICA.de; Quelle: European Society for Medical Oncology (ESMO) Abstract 2O