Die Hormonersatztherapie (engl. hormone replacement therapy: HRT) kann leichte bis mittelschwere Beschwerden der Postmenopause lindern. Dies ist durch verschiedene Studien gut belegt. Die Langzeitwirkungen der HRT dagegen sind weniger gut erforscht und ins Gerede gekommen. Es gab Anhaltspunkte dafür, dass die HRT in der Langzeitanwendung bei postmenopausalen Frauen kardiovaskuläre Risiken nicht vermindert, sondern sogar erhöht.

Neue Daten zu dieser kontrovers diskutierten Frage liefert jetzt eine kontrollierte Studie, an der in Australien und Neuseeland 5.692 Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren (Durchschnittsalter: 62,8 Jahre) teilnahmen. Randomisiert erhielten sie entweder nur Östrogen (0,625 Milligramm pro Tag oral) oder eine kombinierte Hormoneratztherapie (Östrogen plus Progesteron 2,5 beziehungsweise 5,0 Milligramm pro Tag) oder Placebo.

Als man die einzelnen Gruppen nach mehreren Jahren Nachbeobachtung miteinander verglich, zeigte sich ein im Vergleich zu Placebo erhöhtes kardiovaskuläres Risiko für jene Frauen, die eine kombinierte Hormonersatztherapie eingenommen hatten: Die Zahl kardiovaskulärer Ereignisse war bei ihnen 7,3-fach höher als in der Gruppe der Frauen unter Placebo.

In Bezug auf Mammakarzinome oder andere Neoplasien dagegen zeigten sich keinerlei signifikanten Unterschiede. Dies galt auch für zerebrovaskuläre Ereignisse, Frakturen und die Gesamtmortalität. Der Vergleich der kombinierten Hormonersatztherapie mit der einfachen Östrogentherapie zeigte ebenfalls keine signifikanten Unterschiede.

Damit bestätigt diese Studie frühere Untersuchungen, wie etwa die „women's health initiative study“ und andere. Nun sollen weitere Studien zeigen, ob es besser wäre, die Hormonersatztherapie in einem früheren Lebensalter zu beginnen. Dies könnte das kardiovaskuläre Risiko senken.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 335, S. 239