Hospizdienste verstehen sich auf Respekt

Im Hospiz erhalten Menschen die
würdevollste Sterbebegleitung
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Vielen Personen, die in Institutionen wie zum Beispiel Krankenhäusern oder Altenheimen sterben, könnte das letzte Stadium ihres Lebens angenehmer gestaltet werden, wenn es genauere Palliativ-Standards gäbe, die regelmäßig überprüft würden.

Dies zeigt zum Beispiel die US-amerikanische "Study to Understand Prognoses and Preferences for Outcomes and Risks of Treatment (SUPPORT)"-Studie, die jetzt auf dem Kongress der "American Academy of Hospice and Palliative Medicine" und der "Hospice and Palliative Nurses Association" vorgestellt wurde. Im Rahmen dieser Untersuchung wurden 1.578 Personen befragt. Alle starben später innerhalb des Untersuchungszeitraums.

1.059 dieser Patienten (67,1 Prozent) verstarben in einer Institution. Nahezu 25 Prozent aller Patienten, die an Schmerzen oder Dyspnoe litten, erhielten keine adäquate Behandlung, gaben die Angehörigen zu Protokoll. Ebenfalls ein Viertel der Angehörigen empfand die Kommunikation mit dem ärztlichen Personal als schwierig.

68,2 Prozent jener, die Angehörige in einem Alten- oder Pflegeheim hatten, empfanden deren Behandlung als respektvoll. In der häuslichen Umgebung galt dies für 79,6 Prozent der Fälle und 96,2 Prozent der Patienten, die durch einen ambulanten Hospizdienst versorgt wurden, konnten sich über eine respektvolle Behandlung freuen.

70 Prozent der Angehörigen von Hospizpatienten bezeichneten deren Behandlung in einem Hospiz als "exzellent". Für Sterbende in einer Institution beziehungsweise zu Hause gilt dies nur in jedem zweiten Fall (p kleiner 0.001).

Ein US-amerikanisches Spezifikum ist offensichtlich, dass die Behandlung Sterbender stark von Bundesstaat zu Bundesstaat variiert. Pflegeheiminsassen mit Demenz haben zum Beispiel in den Südstaaten wesentlich seltener einen Vermerk "nicht wiederbeleben" in ihrer Akte als Demenz-Patienten in den Nordstaaten.

MEDICA.de; Quelle: Kongress der "American Academy of Hospice and Palliative Medicine" und der "Hospice and Palliative Nurses Association" 2005 Abstract 101