Humane Antikörper in vitro herstellen

24.04.2015
Grafik: Antikörper greifen Bakterien an

Das menschliche Immunsystem bildet Antikörper gegen viele Erkrankungen. Gegen Krebs sind sie oft jedoch machtlos; © panthermedia.net/Sebastian Kaulitzki

Antikörpertherapien werden häufig gegen Krebs, Entzündungs- und Infektionskrankheiten angewendet. Antikörper reagieren spezifisch auf bestimmte Erreger (z.B. Krebszellen oder infektiöse Mikroorganismen), die sie direkt oder mithilfe des Immunsystems des Patienten neutralisieren. Das menschliche Immunsystem bildet Antikörper gegen viele Erkrankungen. Während die Antikörper zahlreiche Viren und Bakterien wirkungsvoll erkennen und zerstören können und so leichtere Erkrankungen wie Grippe oder Erkältungen aus eigener Kraft bekämpfen, sind sie gegen schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs machtlos.

Aus diesem Grund werden zusätzlich künstliche Antikörper produziert, (meist aus Mausmodellen und nur selten aus humanen Sequenzen) auf die der Patient bisweilen mit Unverträglichkeit reagiert. Vollständig humane Antikörper könnten diese Nebenwirkungen einschränken.

Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Die meisten Strategien beruhen auf der Immunisierung von humanisierten Mausmodellen. Eine andere Methode, auf die sich die Forscher des Instituts für Biologie und Technologien in Sacley der Behörde für Atomenergie und alternative Energien (CEA-IBITECS) gestützt haben und für die keine Tiermodelle notwendig sind, ist die Immunisierung von Blutzellen in vitro. Die Forscher haben eine verbesserte Technik zur Produktion von humanen Antikörpern aus Blutzellen in vitro zum Patent eingereicht. Diese Technik nutzt ein Fusionsprotein, das sich aus drei Bestandteilen zusammensetzt: einem Antigen (aus einem infektiösen Organismus oder einer Krebszelle) und zwei Proteinen, die die Immunantwort auslösen.

Die Immunantwort wird im Reagenzglas durch die Kultur von Blutzellen eines gesunden Spenders mit dem Fusionsprotein ausgelöst. Das Fusionsprotein aktiviert die B-Zellen, die dann die gewünschten Antikörper (gezielt wirkendes Immunglobulin G) produzieren.

In einem nächsten Schritt wollen die Forscher einen Weg finden, um die einzelnen B-Zellen zu isolieren und so Antikörper in größeren Mengen produzieren zu können.

MEDICA.de; Quelle: Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Mehr über dieFranzösische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland unter: www.ambafrance-de.org