Hydrocortisontherapie erhöht nicht Überlebensrate

Foto: Ein salmonella infantis Bakterium

Einer der möglichen Sepsis-
Verursacher; © PHIL

Professor Josef Briegel von der Klinik für Anästhesiologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München etablierte einen mittlerweile weltweit genutzten Therapieansatz, bei dem ein relatives Defizit des Stresshormons Cortisol mit Hilfe des synthetisch hergestellten, aber identisch aufgebauten Hydrocortisons bei septischem Schock kompensiert wird. In einer großen multizentrischen Studie wurden jetzt die Auswirkungen dieser Behandlung genauer untersucht.

Briegel und sein Team etablierten in den 90er Jahren das synthetische Cortisol- Analog Hydrocortison in der Therapie des septischen Schocks. "Es handelt sich um eine Hormonersatztherapie, nicht eine Pharmakotherapie", sagt Briegel.

"Innerhalb weniger Jahre konnten wir und auch andere Arbeitsgruppen zeigen, dass sich das Kreislaufversagen des septischen Schocks mit Hilfe dieser Behandlung rascher beheben lässt. 2002 erfolgte dann durch eine französische Forschergruppe der Nachweis, dass dieser Therapieansatz auch mit einem verbesserten Überleben des schweren septischen Schocks verbunden ist. Das betrifft vor allem Patienten, die bereits eine relative Nebenniereninsuffizienz aufweisen“, so der Forscher.

Im Rahmen der CORTICUS-Studiengruppe formierte sich dann eine internationale Gruppe von Intensivmedizinern. Ziel der Multicenterstudie war die Untersuchung, ob alle Patienten mit septischem Schock von der Hydrocortisontherapie profitieren.

"Wir konnten tatsächlich erneut nachweisen, dass das Kreislaufversagen des septischen Schocks mit Hilfe dieser Substanz schneller zu beheben ist", sagt Briegel. "Dieses positive Ergebnis hat aber keinen Einfluss auf die Überlebensrate der Patienten. Lediglich Patienten mit einer besonders schweren Form des septischen Schocks überleben mit Hydrocortison häufiger. Das Ergebnis unserer Studie wird also zu einer restriktiveren Handhabung dieser Hormonersatztherapie bei Intensivpatienten führen müssen."

MEDICA.de; Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München