Hypertonie erhöht Risiko auf Nierenkrebs

Foto: Blutdruckmessgerät

Erhöhter Blutdruck kann Nierenkrebs
begünstigen; © SXC

Die Wissenschaftler um Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam- Rehbrücke weisen zudem darauf hin, dass eine Blutdrucksenkung, zum Beispiel durch eine medikamentöse Therapie, dazu beitragen kann, das Nierenkrebsrisiko von Bluthochdruckpatienten zu vermindern.

Für die vorliegende Untersuchung werteten die Forscher Daten von 296.638 Menschen aus 8 verschiedenen europäischen Ländern aus. Während der Nachbeobachtungszeit von 6,2 Jahren erkrankten 250 Studienteilnehmer an Nierenkrebs. Grundlage der Untersuchung bildet die EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie: eine prospektive, 1992 begonnene Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufdeckt.

In der vorliegenden Untersuchung hatten Studienteilnehmer mit einem systolischen Blutdruck von über 160 mmHg im Vergleich zu Teilnehmern mit normalen oder niedrigen Blutdruckwerten ein 2,48fach erhöhtes Nierenkrebsrisiko. Bei Patienten mit einem diastolischen Blutdruck von über 100 mmHg erhöhte sich das Risiko um das 2,34fache im Vergleich zu Personen mit Werten von unter 80 mmHg.

Das höchste Risiko wiesen jedoch Teilnehmer auf, die trotz angegebener Medikamententherapie unter einem hohen Blutdruck litten. Patienten dieser Gruppe, deren diastolischer Wert über 100 mmHg lag, hatten sogar ein über 300 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko im Vergleich zu Personen, die nicht medikamentös behandelt wurden und deren Blutdruckwert unter 90 mmHg lag.
Bluthochdruckpatienten, deren Blutdruck dagegen gut kontrolliert war und medikamentös gesenkt werden konnte, wiesen im Vergleich zu unbehandelten Personen kein signifikant erhöhtes Erkrankungsrisiko auf.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke