IAQ untersucht internen Personaltransfer

Das IAQ untersuchte die Erfolgsfaktoren für die Gestaltung interner Arbeitsmärkte im Forschungsprojekt "WEGA" - Wirksamkeit von Einrichtungen zur Gestaltung interner Arbeitsmärkte. Die Chancen für eine Arbeitsvermittlung stehen gut, wenn innerhalb des Unternehmens ein System organisierter interner Versetzungsprozesse aufgebaut wurde.

Personalchefs benötigen allerdings ausgereifte Konzepte und eine starke Rückendeckung durch die Leitungsebene, damit das Ziel erreicht wird. Die Arbeitsforscher haben bundesweit mehr als 50 interne Personalvermittlungsstellen und Mobilitätsbüros in Unternehmen und Verwaltungen analysiert. In Fallstudien haben sie untersucht, wie die Beschäftigungssicherheit der betroffenen Menschen und die personelle Flexibilität der Unternehmen und Verwaltungen gewährleistet werden können.

Das Dilemma: Abteilungen, die Personal abbauen müssen, geben in erster Linie solche Arbeitskräfte an den internen Arbeitsmarkt ab, die als wenig qualifiziert und motiviert, als gesundheitlich belastet oder als "Querulanten" eingeschätzt werden - eine Personalauswahl, an der die Personal aufnehmenden Abteilungen wenig interessiert sind. Der interne Arbeitsmarkt droht so zum Abschiebebahnhof zu werden.

Abteilungen mit Personalbedarf wünschen sich in der Regel die "Besten" vom externen Arbeitsmarkt; in Unternehmen mit organisierter interner Personalvermittlung gelten aber meist Einstellungsstopps, die ihre Auswahl auf den Personalpool des internen Arbeitsmarktes beschränken. In den aufnehmenden Abteilungen stört der zentral vorgegebene Personaltransfer außerdem geregelte Aufstiegsketten und Karriereplanungen; sie werden unsicher, wenn freie Stellen aus dem Personalpool besetzt werden müssen - und nicht wie gewohnt aus der eigenen Abteilung.

"Neben den Sachfragen der Personalauswahl können auch handfeste Machtinteressen und kulturelle Gegebenheiten das Funktionieren des Internen Arbeitsmarktes behindern. Zwangsläufig verlieren die Abteilungsleiter Entscheidungsspielräume", wissen die IAQ- Arbeitsmarktforscher.

MEDICA.de; Quelle: Universität Duisburg-Essen