ICDs sind seit Ende der 80er Jahre zugelassen und werden meist bei Patienten implantiert, die bereits einen plötzlichen Herzstillstand überlebt haben. Studien weisen jedoch darauf hin, dass sie auch nach einem Herzinfarkt zur Prävention eines plötzlichen Herzstillstands eingesetzt werden können. Die betroffenen Patienten sollten durch einen ICD geschützt werden, der durch Abgabe eines Schocks an das Herz einen schnellen, unkoordinierten Herzrhythmus beendet, der ansonsten innerhalb von Minuten zum Tod führen kann.

Nun gibt es Daten der SCD-HeFT (Sudden Cardiac Death in Heart Failure Trial)-Studie zum plötzlichen Herztod bei Herzinsuffizienz. Daran nahmen 2.521 Patienten an 150 medizinischen Zentren in den USA, Kanada und Neuseeland mit moderater Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse II oder III) und schlechter Pumpfunktion des Herzens (linksventrikuläre Ejektionsfraktion höchstens 35 Prozent) teil. Bei keinem der Teilnehmer war es zuvor zu einem plötzlichen Herzstillstand gekommen. In dieser Patientengruppe wurde die lebensrettende Wirkung von ICDs mit dem üblichen Herzmittel Amiodaron beziehungsweise gegen Placebo verglichen.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 45,5 Monaten traten unter Placebo 244 Todesfälle auf (29 Prozent), 240 (28 Prozent) unter Amiodaron und 182 Todesfälle (22 Prozent) unter dem ICD. Im Vergleich zu Placebo hatte Amiodaron keinen signifikanten Nutzen (relatives Risiko: 1,06; p gleich 0.53). Der ICD dagegen senkte das relative Risiko um 23 Prozent (p gleich 0.007). Absolut sank das Todesrisiko durch den ICD innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren um 7,2 Prozent.

Dieses Ergebnis war unabhängig davon, ob die Herzinsuffizienz auf ischämischen oder nicht-ischämischen Ursachen beruhte.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2005, Vol. 352, S. 225-237