Beim Stoffwechsel-Syndrom handelt es sich um ein Bündel von Risikofaktoren, die zu kardiovaskulären Ereignissen führen können: Diabetes mellitus oder Vor-Diabetes, abdominale Fettleibigkeit, Änderungen im Lipidhaushalt und hoher Blutdruck.

Der Einsatz unterschiedlicher Definitionen machte es bis zum heutigen Tag schwer, die Verbreitung des Stoffwechsel-Syndroms zu schätzen und erschwerte den Vergleich zwischen verschiedenen Ländern. Recht neue Daten aus Australien und den USA liefern eine grobe Schätzung: 20 bis 25 Prozent der erwachsenen Bevölkerung sollen dort an einem Stoffwechsel-Syndrom leiden.

Aufbauend auf früheren Definitionen die unter anderem von der WHO vorgestellt wurden, ist die neue Definition in der klinischen Praxis einfach anzuwenden. Komplizierte Messungen, die möglicherweise nur in Forschungseinrichtungen verfügbar sind, müssen nicht vorgenommen werden. Gemäß Definition leidet eine Person dann unter dem Stoffwechsel-Syndrom, wenn diese Person zentrale Fettleibigkeit, plus zwei der folgenden vier zusätzlichen Faktoren aufweist: erhöhtes Triglyzerin, reduziertes HDL-Cholesterol, erhöhten Blutdruck oder einen erhöhten Fasten-Plasma-Glukosewert. Außerdem gehen das Geschlecht und zum ersten Mal auch spezifische ethnische Schnittpunkte für zentrale Fettleibigkeit, gemessen als Taillenumfang, in die Messungen mit ein.

Neben dem Diagnose-Werkzeug enthält die neue Konsensus-Stellungnahme des IDF Empfehlungen für weitere Kriterien, die in die Forschungen und epidemiologische Studien des Stoffwechsel-Syndroms integriert werden sollen. Während die Ursachen für das Stoffwechsel-Syndrom immer noch intensiv debattiert werden, nennt die Konsensus-Stellungnahme des IDF anormal abdominale Fett-Distribution und Insulin-Resistenz als potentielle, miteinander verbundene Ursachen.

MEDICA.de; Quelle: International Diabetes Federation (IDF)