24.07.2006

Industrieverband Spectaris e.V.

IV. Workshop zu den Perspektiven der Medizintechnik

Die Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie (BMWi), Bildung und Forschung (BMBF) sowie Gesundheit (BMG) luden am 21. Juni 2006 zu einem Meinungsaustausch zum Thema „Perspektiven der Medizintechnik in Deutschland“ nach Berlin ein. In dieser Runde diskutierten Vertreter der medizintechnischen Industrie bzw. seiner Verbände, der Ärztekammer, der Krankenkassen, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und Repräsentanten aus Wissenschaft und Forschung sowie die zuständigen Mitarbeiter aus den Bundesministerien.

Grundlage der Diskussion bildeten die Ergebnisse zweier entsprechender Studien zur Situation der Medizintechnik am Standort Deutschland. Seitens des BMBF und des BMWi wurden jeweils eine Kurzfassung der wesentlichen Studien-Ergebnisse, der aktuelle Umsetzungsstand und die resultierenden Handlungsempfehlungen präsentiert. Vertreter des BMG stellten Aspekte des momentanen Sachstandes zur Gesundheitsreform und zu Vorhaben im Bereich der Medizinprodukte auch im europäischen Rahmen vor.

Die Industrieverbände nahmen diese Gelegenheit zum Anlass, anhand zahlreicher Einzelbeispiele erneut die Konsequenzen deutlich zu machen, die sich aus den politischen Rahmenbedingungen für die Medizintechnikbranche in Deutschland ergeben.

Im Mittelpunkt einer sehr vielseitigen Diskussion aller Teilnehmer standen folgende Themen:
  • Kontroverse zur Förderung klinischer Forschung

  • Kritik an der Intransparenz der Leistungsvergütung innovativer Medizinprodukte

  • Forderung einer klaren Definition von ‚medizinischer Notwendigkeit’

  • Mitsprachemöglichkeit der medizintechnischen Industrie im Gemeinsamen Bundesausschuss

  • Erwägung von Fristenmodellen bei der Markteinführung innovativer Medizintechnik

  • Zuzahlungsmöglichkeiten bzw. Deltafinanzierung

  • Forderung nach Überarbeitung der Evidenzstufen klinischer Studien

  • Beachtung des Workflow am Patienten und Favorisierung der Prozesskosten vs. Investitionskosten

  • DRG-Praxis und die daraus resultierende Planungsunsicherheit der Krankenhäuser

  • Finanzierungsmodelle im ambulanten sowie klinischen Bereich

  • Möglichkeiten zur Unterstützung von kleinen mittelständischen Unternehmen nach dem Auslaufen von Förderprogrammen

  • Optimierungsbedarf bei der Vergabe von Fördergeldern

Über die detaillierte Darstellung dieser Problematiken hinaus wurde die Notwendigkeit eines konzertierten Auftretens in Zusammenarbeit mit BMG, BMBF und BMWi unterstrichen. Der Workshop wurde diesbezüglich als ein Schritt in die richtige Richtung gewertet. Offen bleibt die Frage, inwieweit die Entscheidungsträger der Gesundheitspolitik mit den Ergebnissen des Workshops konfrontiert werden.


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