Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine neuronale Entzündung zum Ausbruch einer Parkinson-Erkrankung zumindest beitragen kann. Da nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen unter anderem anti-inflammatorisch wirken, lag es nahe, dieser Wirkstoffgruppe einen möglichen parkinsonprotektiven Effekt zuzuschreiben.

Dies haben nun Wissenschaftler der Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research und des National Institute for Neurologic Diseases and Stroke näher untersucht. Sie analysierten die Daten von 146.565 Teilnehmern der "Cancer Prevention Study II Nutrition Cohort".

Innerhalb von 1,25 Millionen Personenjahren zwischen 1992 und 2000 traten 413 Fälle eines Morbus Parkinson neu auf. Verglich man diese Daten mit den Angaben der Studienteilnehmer zu regelmäßig eingenommenen Wirkstoffen, dann zeigte sich ein klarer inverser Zusammenhang mit der Einnahme von Ibuprofen: Das Parkinson-Risiko sank um durchschnittlich 35 Prozent (p gleich 0.005).

Auch nach Herausrechnen anderer Faktoren wie Alter, Geschlecht und Raucherstatus blieb dieser Zusammenhang signifikant.

Die protektive Wirkung hängt offenbar auch mit der Menge zusammen: Wer Ibuprofen höchstens zwei Mal pro Woche einnahm, hatte ein um 27 Prozent geringeres Risiko. Zwei bis sieben Mal pro Woche eingenommen senkt es das Parkinson-Risiko um 28 Prozent und bei täglicher Einnahme um 39 Prozent. Diese Werte sind unabhängig von der Dauer der Einnahme.

Weder Acetylsalicylsäure noch Acetaminophen oder andere NSAR hatten eine vergleichbare Wirkung. Unklar ist, ob dies auf eine Ibuprofen-spezifische Wirkung zurückzuführen ist oder ob die Studie zu schwach dimensioniert war, um auch für andere NSAR einen signifikant protektiven Effekt zu entdecken.

MEDICA.de; Quelle: 57th Annual meeting der American Academy of Neurology (AAN)