Im Ausland lauert oft die Infektionsfalle

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Das haben nun Wissenschaftler um die US-Amerikanerin Rebecca H. Sunenshine nachgewiesen, zumindest für die USA. Auf dem 16. Jahreskongress der „Society of Healthcare Epidemiology of America“ in Chicago, USA, stellte sie eine Studie vor, in der die Daten von 425 Patienten ausgewertet worden waren. Alle waren US-Amerikaner und hatten sich in einem anderen Land einer Schönheitsoperation unterzogen.

Im Ausland traten deutlich mehr Infektionen auf als bei Schönheitsoperationen in den USA. Das galt vor allem für Operationen, die im pazifischen Raum vorgenommen wurden. Die meisten traten bei Abdominoplastien, Brustvergrößerungen und Liposuktion auf.

In 254 Fällen kam es auch bei nicht-chirurgischen Eingriffen zu Problemen wie Infektionen. Dies entspricht 34 Prozent der Operationswilligen. Die meisten Beschwerden kamen auch hier aus dem pazifischen Raum. Meist traten die Probleme beim Piercing und bei Nagelbehandlungen auf. Häufig infizierten sich die Patienten mit Staphylokokken, Pseudomonas und nicht-tuberkulösen Mycobakterien.

Am gefährlichsten in Bezug auf chirurgische Infektionen sind die Dominikanische Republik gefolgt von Mexiko und Kolumbien.

Dieses Problem sollte man nach Ansicht der Studienleiterin nicht unterschätzen. In den vergangenen Jahren ist der so genannte „Lipotouirismus“ stark gewachsen. Außerhalb der USA sind Schönheitsoperationen häufig viel billiger als in den USA. Abdominoplastien zum Beispiel kosten in den USA rund 6.000 US-Dollar und sind in Costa Rica bereits für 2.000 US-Dollar zu haben. Ein professionelles US-Facelifting für 9.000 US-Dollar ist in Malaysia schon für ein Drittel zu haben. Brustvergrößerungen – Normalpreis 7.000 US-Dollar – kosten in der Dominikanischen Republik 2.000 US-Dollar. Inzwischen gehen diese Länder in den USA richtig auf Werbetour.

MEDICA.de; Quelle: Society of Healthcare Epidemiology of America (SHEA) 2006 Annual Meeting