Laparoskopische Prostatektomien sind sehr beliebt bei Urologen wie auch Patienten gleichermaßen. Tatsächlich hat dieses Verfahren zahlreiche Vorteile. So verliert der Patient zum Beispiel während der Operation weniger Blut. Außerdem benötigt man weniger Schmerzmittel. Die Rekonvaleszens ist bei gleichem Ergebnis verkürzt. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die glauben, das onkologische Ergebnis sei bei der laparoskopischen Prostatektomie schlechter als bei der herkömmlichen offenen Methode.

In Bezug auf die Harninkontinenz jedenfalls sind beide Methoden etwa vergleichbar. Das hat eine Arbeitsgruppe um Dr. Niels-Erik B. Jacobsen von der University of Alberta, Edmonton, Kanada, herausgefunden. Prospektiv untersuchten sie die Daten von 172 Patienten, die mit einer offenen radikalen Prostatektomie behandelt worden waren. 57 Patienten nach einer laparoskopischen Proastatektomie dienten als Vergleichsgruppe. Alle litten an einem klinisch lokalisierten Prostatakarzinom.

Ein Jahr nach dem jeweiligen Einriff waren nach der offenen, radikalen Prostatektomie noch 13 Prozent der Patienten inkontinent. Nach der laparoskopischen Prostatektomie blieben 17 Prozent der Männer inkontinent – ein nicht signifikanter Unterschied. Auch bezüglich Beschwerden beim Wasserlassen gab es keinerlei Unterschiede zwischen beiden Gruppen.

Trotz allem ziehen die Studienleiter ein eher positives Fazit für die laparoskopische Prostatektomie: Mit zunehmender Erfahrung und Weiterentwicklung der Technik werde man das Problem der postoperativen Inkontinenz zunehmend in den Griff bekommen, hoffen sie.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Urology 2007, Vol. 177, S. 615-619