Die Daten der letzten Jahre weisen darauf hin, dass die Zahl der Frühgeburten gestiegen ist. Kamen in den USA im Jahre 1995 11,0 Prozent der Kinder vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt, so waren es im Jahre 2002 schon 12,1 Prozent. Die entsprechenden Zahlen für Norwegen (7,5 Prozent beziehungsweise8,5 Prozent) weisen in eine ähnliche Richtung. Erklären lässt sich das teilweise dadurch, dass die Zahl der Frauen mit Frühgeburtsrisiko zugenommen hat: Schwangere nach in-vitro-Fertilisation, Frauen höheren Alters und die elektive Sectio caesarea. Jetzt sollte untersucht werden, ob dieser Trend auch in Dänemark nachgewiesen werden kann. Dazu nutzten die Wissenschaftler Daten des „Danish national registers“ um die Veränderung in der Zahl der Frühgeburten zwischen 1995 und 2004 zu untersuchen.

99,8 Prozent aller Geburten zwischen 1995 und 2004 flossen in diese Studie ein. Die Zahl der Frühgeburten stieg in diesen neun Jahren um 22 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg auch die Zahl der Frauen mit Risikofaktoren für eine Frühgeburt: neben der erwähnten in-vitro-Fertilisation waren dies auch Mehrlingsschwangerschaften. Tiefere statistische Analysen konnten zweifelsfrei nachweisen, dass ein großer Teil dieser Frühgeburten tatsächlich auf die gestiegene Zahl der Frauen mit Risikofaktoren zurückzuführen ist.

Allerdings stieg die Zahl der spontanen Frühgeburten auch bei Frauen mit geringem Risiko: Bei Erstlingsschwangerschaften um 51 Prozent von 3,8 Prozent auf 5,7 Prozent und bei weiteren Schwangerschaften um 20 Prozent von 2,7 Prozent auf 3,2 Prozent.

Wissenschaftler spekulieren darüber, ob ein höheres Maß an Stress bei den Frauen zu den Frühgeburten beitragen könnte. Tatsächlich melden sich immer weniger arbeitende Frauen bei gesundheitlichen Problemen in der Schwangerschaft krank.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 332, S. 937-939