Immer mehr Kinder sind betroffen

Der tägliche Schulweg kann Kindern
zum Verhängnis werden
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In einer Situationsanalyse zur Datenlage von Verkehrssicherheits- maßnahmen für Kinder stellten die Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin fest, dass das Risiko zu verunglücken in den vergangenen Jahren eher noch gestiegen ist, obwohl die Bundesregierung das Gegenteil berichtet. Ein Problem ist die fehlende systematische Auswertung der Verkehrsunfallsdaten. Eine weitere Schwierigkeit stellt dar, dass wissenschaftliche Empfehlungen zur Unfallvermeidung in der Verkehrspolitik nicht richtig umgesetzt werden.

Die hohe Zahl der verunglückten Kinder führt dazu, dass Eltern Angst um die Sicherheit ihrer Kinder auf der Straße haben. Familien passen ihr Verhalten an und das hat erhebliche psychosoziale Auswirkungen. Kinder werden mehr transportiert, kontrolliert und begleitet. Sie verbringen mehr Zeit in den Wohnungen, treten weniger mit der Erfahrungswelt "Straße" in Kontakt, bewegen sich weniger und erhöhen ihren Medienkonsum.

Die Analyse von Ute Dorschner, Manja Lippold und Priv.-Doz. Christian Gericke vom Fachgebiet Management im Gesundheitswesen der TU Berlin legt eine Basis für die Überprüfung der Effizienz der deutschen Verkehrspolitik. Zugrunde gelegt wurden die Daten zwischen 1990 und 2005 zu Verkehrsunfällen von Kindern in Deutschland

Maßnahmen zur Verkehrssicherheit bleiben danach Einzelmaßnahmen. Beispiele sind Anzeigetafeln zum Einhalten der Geschwindigkeit in Tempo-30-Zonen, die eine positive Wirkung auf das Fahrverhalten haben. Auch Aufklärungsmaßnahmen zum Schutz von Schulkindern am Vormittag die Geschwindigkeit zu reduzieren, motivieren die Fahrer nachweislich. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empfehlen, Forschungsergebnisse den politischen Entscheidungsträgern besser strukturiert und in leicht zugänglicher, verständlicher Form zur Verfügung zu stellen.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität Berlin