Dies zeigt jedenfalls eine Untersuchung von 9.528 Fällen, die in der "National Cancer Institute's Surveillance Epidemiology and End Results (SEER)"-Datenbank gespeichert waren. Vor dem Jahre 2000 erhielten demnach 15 Prozent aller Patienten, denen wegen eines Magenkarzinoms ein Stück des Magens reseziert wurde, im Anschluss eine Radiotherapie. Nach dem Jahre 2000 waren es dagegen schon 30 Prozent. Im Jahre 2000 war eine Studie, die „Intergroup 0116 trial” erschienen, die einen Vorteil der adjuvanten Strahlentherapie nach chirurgischer Behandlung eines Magenkarzinoms nachgewiesen hatte.

Dieser Anstieg der adjuvanten Strahlentherapie ist hoch signifikant, sagte Dr. Ulrich Guller von der University of Toronto, in Ontario, beim 2007 Gastrointestinal Cancers Symposium (GCS) der „American Society for Clinical Oncology (ASCO)“. Weiterhin zeigte die aktuelle Studie, dass vor allem jüngere Patienten und solche mit einem fortgeschrittenen Tumorstadium in den Genuss der radiotherapeutischen Zusatzbehandlung kamen.

Offensichtlich, so sagten Kommentatoren auf dem Kongress, hat sich seit dem Jahre 2000 tatsächlich einiges bewegt in der Behandlung des Magenkarzinoms, zumindest in den USA. Neben der Studie aus dem Jahre 2000 waren später auch noch zwei weitere Untersuchungen erschienen, die der adjuvanten Therapie einen Vorteil gegenüber der alleinigen chirurgischen Therapie zuschrieben.

Allerdings sagte eine weitere Untersuchung, dass derselbe Nutzen offenbar auch alleine mit einer adjuvanten Chemotherapie zu erreichen sei. Da die adjuvante Strahlentherapie sehr teuer ist, soll nun in einer großen Studie geklärt werden, ob man die adjuvante Radiotherapie nach Resektion eines Magenkarzinoms eventuell durch eine adjuvante Chemotherapie ersetzen kann.

MEDICA.de; Quelle: 2007 Gastrointestinal Cancers Symposium (GCS) Abstract 34