„Heute hat fast die Hälfte aller Schulkinder zwischen 7 und 14 Jahren Haltungsschäden. Der prozentuale Anteil von Haltungsproblemen bei Kindern hat sich in den letzten 50 Jahren verdoppelt“, erklärt Prof. Dr. Fritz Uwe Niethard, Kinderorthopäde und Mitinitiator der Kampagne „Orthopädie bewegt“.

Schuld daran seien mangelnde Bewegung und stundenlanges Sitzen vor dem Fernseher, dem PC und der Playstation, so die Hintergrundinformationen in einer Pressemeldung der Kampagne: Denke man in diesen Zusammenhang an den nahenden Schulstart vieler ABC- Schützen, so sei alarmierend, dass die Kinder in der Schule auch fast den halben Tag sitzen werden. Dazu komme das tägliche Tragen des schweren Schultornisters. Dabei sei die Stabilität des kindlichen Skeletts noch nicht völlig entwickelt. Die Belastbarkeit über die ein Erwachsener verfügt, stelle sich erst im Jugendalter komplett ein.

Diese mangelnde Bewegung habe gravierende Folgen: Nach einer aktuellen Studie litten 53 Prozent der Schulkinder in den letzten zwölf Monaten unter Rückenschmerzen, 16 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal pro Woche Probleme mit dem Rücken zu haben. Orthopäden und Medizintechniker haben deshalb im Jahr 2004 die Kampagne „Orthopädie bewegt“ ins Leben gerufen, um die Bevölkerung über Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären und damit Erkrankungen der Muskel- und Bewegungsorgane zu verhindern.

Passend zum Schulstart der Erstklässler machen Spezialisten der Orthopädie im Rahmen der Kampagne „Orthopädie bewegt“ auf die Risiken aufmerksam, welche sich durch langes Sitzen und zu wenig Bewegung einschleichen. In Form von Familientagen wollen Orthopäden und Physiotherapeuten zeigen, wie man Haltungsschäden bei Kindern vorbeugen kann. Spielerisch soll den Kleinen vermittelt werden, wie sie beispielsweise auf einem Schulstuhl sitzen sollten und welche Lockerungsübungen sie in den Pausen machen können, um nicht „einzurosten“.

MEDICA.de; Quelle: „Orthopädie bewegt"