Immer mehr ausländische Gastpatienten

Frau mit Stethoskop

Immer mehr Ausländer lassen sich
in Deutschland behandeln
© Picture Disk

Die Entwicklung zeigt nach den Analysen des Instituts Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen und des Sozial- und Seniorenwirtschaftszentrums (SWZ/Gelsenkirchen), dass ein starkes Engagement auf den Auslandsmärkten sich auszahlt, die Patienten aber nicht ohne entsprechende Bemühungen kommen. Einige Krankenhäuser haben mittlerweile erfolgreiche Netzwerke in den Golfstaaten und Russland aufgebaut. Andere sind bei der grenzüberschreitenden Versorgung erfolgreich, indem sie gemeinsam mit den Nachbarländern Versorgungsstrukturen aufbauen.

Die kräftigsten Zuwächse in Bayern sind bei Patienten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait, in Baden-Württemberg aus Frankreich und der Schweiz, aber auch Russland, Kuwait und Saudi Arabien zu verzeichnen. NRW verliert vor allem Gastpatienten aus Belgien, den Niederlanden und der Türkei. Auch Rheinland-Pfalz, Hamburg und Berlin legen im Bundesländervergleich zu, während das Saarland und Niedersachsen mit zu den Verlierern zählen.

Nicht alle ausländischen Patienten sind dabei freiwillig in der Bundesrepublik. Etwa 40.000 Patienten waren Besucher, die sich während ihres Aufenthalts in Deutschland behandeln lassen mussten. Die übrigen Patienten kamen gezielt zur Behandlung in die Bundesrepublik. Dabei sind diese so genannten elektiven Patienten umso häufiger je größer die Entfernung.

Neben der Behandlung von Gastpatienten bestehen besonders große Potenziale für deutsche Krankenhäuser, Medizintechnik- und Pharmaunternehmen beim Aufbau von Gesundheitsleistungen im Ausland. Zurzeit werden lediglich 2 Prozent der Patienten weltweit in der Bundesrepublik behandelt. Damit lässt sich auf Dauer eine internationale Spitzenposition der Gesundheitswirtschaft nicht behaupten. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Health Care Export Initiative unterstützt deshalb deutsche Gesundheitsdienstleister und Unternehmen bei der Gewinnung von Gastpatienten und dem Aufbau internationaler Gesundheitsdienstleistungen.

MEDICA.de; Quelle: Institut Arbeit und Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen