Die Versuche, in den Ländern der so genannten Dritten Welt die HIV-Epidemie durch „Safer-Sex“-Kampagnen einzudämmen hat oft zu Frustrationen geführt: Obwohl einige Länder relativ hohe Summen investiert haben, um den Einsatz von Kondomen zu propagieren, konnten nur Uganda und Thailand deutliche Erfolge verzeichnen. In einer Studie sollte nun untersucht werden, inwiefern sich Frauen in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara – die von der HIV-Epidemie besonders stark betroffen sind – von solchen Kampagnen zur Propagierung von Kondomen beeinflussen lassen.

Dieser Untersuchung lagen die Daten von 132.800 Frauen in 18 Ländern Afrikas zu Grunde. Zwischen 1993 und 2001 veränderte sich zwar der Prozentsatz jener Frauen, die keinerlei sexuelle Erfahrung hatten, kaum. Allerdings stieg die Zahl der Frauen, die in den vergangenen drei Monaten vor der Befragung keinen Sex gehabt hatten, in sieben von 18 Ländern deutlich an. Der durchschnittliche Prozentsatz über alle 18 Länder stieg von 43,8 Prozent auf 49,2 Prozent.

Veränderungen auch beim Gebrauch von Kondomen: In 13 von 18 Ländern benutzten die Frauen 2003 signifikant häufiger Kondome als 1993 um Schwangerschaften zu verhindern: Dieser Prozentsatz stieg von 5,3 Prozent auf 18,8 Prozent. Man konnte errechnen, dass sich der Gebrauch von Kondomen bei den befragten Frauen pro Jahr um durchschnittlich 1,41 Prozent erhöhte.

Als man die Frauen fragte, ob sie beim jeweils letzten Geschlechtsakt vor der Befragung Kondome benutzen ließen, bejahten dies 28,4 Prozent der Frauen. Im Jahre 1993 waren dies noch 19,3 Prozent der Frauen gewesen. 58,5 Prozent der jungen Frauen gaben an, aus Angst vor einer unerwünschten Schwangerschaft auf Kondome zu bestehen.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2006, Vol. 368, S. 1788-1793