Die diagnostische Radiologie spiegelt als ein zentrales Fach der Medizin gut die Aktivitäten im Gesundheitswesen wider. Durchschnittlich nutzt sie in Deutschland jeder Bürger jährlich etwa 1,5-mal, ohne Berücksichtigung der Zahnaufnahmen. Außer bei den Schnittbildverfahren (CT, MRT) ist der Filmverbrauch der Untersuchungshäufigkeit proportional und bietet ein einfaches Mittel zur Abschätzung von Trends.

Wegen der zunehmenden Digitalisierung auch im Bereich der konventionellen Diagnostik wird das Verfahren zunehmend ungenauer, hat aber dennoch den Vorteil, dass sich einige grundlegende Aussagen, gemittelt über alle Bundesländer, mit größerer Genauigkeit und mit geringem Aufwand machen lassen, als das durch Auszählung in einer begrenzten Anzahl von Röntgenabteilungen möglich wäre.

Die Gesamtsumme der für medizinische Anwendungen verbrauchten Röntgenfilme ist wiederum zurückgegangen und lag im Jahr 2003 bei 11,77 Mio m2 - der Mittelwert der drei Vorjahre betrug 15 Mio m2. Das Maximum des Filmverbrauchs war mit 16,9 Mio m2 im Jahr 1998 erreicht.

Von 1995 bis 2003 ist die konventionelle Röntgendiagnostik gemessen am Filmverbrauch jährlich durchschnittlich um 4,75 Prozent zurückgegangen (von 11,88 Mio m2 auf 7,33 Mio m2 2003), insgesamt um 38 Prozent. Von 2003 auf 2004 erfolgte ein Rückgang um außerordentliche 25 Prozent auf nur noch 5,4 Millionen m2, also auf 45 Prozent des Maximalwertes von 11,88 m2. Die Gründe für diesen Sprung, soweit er über etwa fünf Prozent hinausgeht, liegen im Bereich der Gesundheitspolitik (zum Beispiel Budgetierung, Abrechenbarkeit von Röntgenuntersuchungen) ebenso wie der fast 20-prozentige Anstieg von 1994 auf 1995 (Niederlassungswelle). Beide Sprünge lassen Zweifel an einer durchgängig wissenschaftlich begründeten Indikationsstellung aufkommen.

MEDICA.de; Quelle: Fortschr Röntgenstr 2006, Vol. 178, S. 254-255