Immunzellen sollen Krebszellen wirksam bekämpfen

Nicht die künstlichen Erkennungssysteme selbst, sondern deren Bauplan, die sogenannte mRNA, schleusen sie in die T-Zellen des Immunsystems ein. Bislang erproben die Forscher die Methode noch an Modellsystemen. Ziel ist jedoch die klinische Anwendung.

Das Immunsystem schützt unseren Körper vor verschiedensten schädlichen Einflüssen, wie Bakterien, Viren und Parasiten. Unter bestimmten günstigen Umständen können auch Tumorzellen von Zellen des Immunsystems, den sogenannten T-Zellen, erkannt und beseitigt werden. Leider geschieht dies nur in wenigen Fällen. Da sie sich nur gering von gesundem Gewebe unterscheiden, können die Immunzellen die Tumorzellen häufig nicht als fremd, und damit als feindlich erkennen. Die Forscher wollen diesen Prozess deutlich verbessern. Sie planen die Immunzellen der Patienten mit geeigneten Erkennungssystemen, den sogenannten Rezeptoren, auszustatten.

Diese künstlichen Rezeptoren sind an der Oberfläche der Zelle verankert. Sie bestehen aus zwei Untereinheiten. Die eine Untereinheit vermittelt die Erkennung der Krebszellen, die andere leitet ein Signal in die T-Zelle, das diese veranlasst, die feindliche Zelle anzugreifen. Diese Moleküle werden als chimäre Rezeptoren bezeichnet.

Die aufgerüsteten Immunzellen sollen den Patienten künftig im Kampf gegen den Krebs unterstützen. Dazu würden die natürlichen T-Zellen aus dem Blut der Patienten entnommen und anschließend der Bauplan für die chimären Rezeptoren, die mRNA, eingeschleust werden. Die Zellen würden die künstlichen Rezeptoren dann selbst herstellen. Damit können zelleigenen Synthesemechanismen genutzt werden, ohne die Zelle jedoch genetisch zu manipulieren. Die so modifizierten T-Zellen sollen dem Patienten dann direkt injiziert werden.

Eine Schlüsselrolle bei der Konstruktion des optimalen chimären Rezeptors spielt diejenige Untereinheit, welche die Bindung an die Tumorzelle vermittelt. Idealerweise passt sie an eine Struktur auf der Krebszelle wie ein Schlüssel in ein Schloss. Gleichzeitig darf sie nicht in der Lage sein, sich an gesunde Zellen zu hängen, da letztere selbstverständlich nicht geschädigt werden sollen.


MEDICA.de; Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung