Impfstoff auch therapeutisch einsetzbar

SARS, Vogelgrippe, Ebola - gefährliche Viruserkrankungen nehmen immer weiter zu. Gegen viele Erreger gibt es bislang noch keinen Impfschutz. Besonders gefährlich sind die Zoonosen: Diese Krankheiten können vom Tier auf den Menschen übertragen werden - mit teilweise tödlichem Ausgang.

Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig haben den Impfstoff auf DNA-Basis entwickelt. "Bei der DNA-Impfung werden anstelle eines ganzen Virus nur kleine DNA-Moleküle des Erregers injiziert - bestimmte Plasmide.

Sie enthalten die Erbinformation für die Antigene, gegen die der Körper Antikörper bildet. So lässt sich der natürliche Infektionsweg des Virus nachbilden, ohne dass eine Erkrankung ausgelöst wird", erklärt Doktor Matthias Giese, Leiter der Impfstoffentwicklung am IZI. Bei den herkömmlichen Impfstoffen werden abgetötete oder abgeschwächte Varianten des Erregers verabreicht. Der Körper bildet die entsprechenden Antikörper und wird immun. Es kann auch ein Impfserum gespritzt werden, das die Antikörper schon enthält.

Diese Schutzimpfungen sind vorbeugend. Der DNA-Impfstoff hat gegenüber klassischen Impfstoffen viele Vorteile: Er ist im Vergleich zu Lebendimpfstoffen biologisch absolut sicher - kann die Krankheit also nicht hervorrufen -, aktiviert alle Abwehrmechanismen, die der Körper bietet, ist preiswert zu produzieren und einfach zu lagern, da er nicht gekühlt werden muss - ideal besonders für subtropische und tropische Länder.

Erste Tests hat der WNV-Impfstoff bereits erfolgreich bestanden. Giese rechnet damit, dass die Laborarbeiten bis Ende 2009 abgeschlossen sein werden. Nach einem etwa dreijährigen Zulassungsverfahren mit klinischen Tests könnte der weltweit erste therapeutische WNV-Impfstoff auf den Markt kommen.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft