Impfstoff gegen Gräserpollen-Allergie wirkt auch bei Hepatitis B

14/09/2016

Ein neuartiger Impfstoff gegen Gräserpollen-Allergien (BM32) könnte auch eine wirksame Behandlungsoption gegen die Infektion mit Hepatitis B sein.

Bild: Abbildung zeigt Medizinflasche und Spritze; Copyright: Panthermedia.net/Esbenklinker

Rund fünf bis zehn Prozent der mit Hepatitis-B infizierten Menschen, die mit einem konventionellen Impfstoff geimpft wurden, bauen keinen ausreichenden Antikörper-Titer auf; © Panthermedia.net/Esbenklinker

Der Impfstoff BM32 basiert auf einer innovativen, rekombinanten Peptid-Carrier-Technologie, die – im Vergleich mit anderen Immuntherapien für AllergikerInnen – erheblich weniger Injektionen notwendig macht und auch geringere Nebenwirkungen hat. Die rekombinante Peptid-Carrier-Technologie wurde am Christian Doppler Labor für Allergieforschung unter der Leitung von Rudolf Valenta an der MedUni Wien entwickelt. BM32 ist eine gemeinsame Entwicklung mit dem Unternehmenspartner Biomay AG.

Nun hat Carolin Cornelius in ihrer Dissertation am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien im Rahmen einer Phase IIb-Studie herausgefunden, dass BM32 auch eine vielversprechende Behandlungsoption gegen die Infektion von Hepatitis B-Viren darstellt. Cornelius: "Es konnte gezeigt werden, dass eine Impfung mit BM32 bei Personen, die sich vorab keiner Immunisierung mit einem konventionellen Hepatitis-B-Impfstoff unterzogen haben, im Durchschnitt eine 80-prozentige Hemmung der Hepatitis B-Virus-Infektion bewirkt hat." Das lässt den Schluss zu, so die MedUni Wien-Forscherin, dass das Konzept der Peptid-Carrier-Fusionsproteine auch ein denkbarer Ansatz zur Weiterentwicklung der Hepatitis-B-Impfung sein könnte.

Cornelius: "Derzeit laufende Untersuchungen sollen zu einer umfassenden Charakterisierung der HBV-Neutralisationsfähigkeit des BM32 beitragen. Neben einer Präventivwirkung könnte möglicherweise auch ein zusätzlicher Nutzen für Patienten und Patientinnen entstehen, die an einer chronischen Hepatitis B-Virusinfektion erkrankt sind." Der Hintergrund: Die Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus ist weltweit immer noch eines der größten Gesundheitsprobleme, bei rund 350 Millionen Menschen ist das Virus im Blut nachweisbar. Aber rund fünf bis zehn Prozent der Menschen, die mit einem konventionellen Impfstoff geimpft wurden, bauen keinen ausreichenden Antikörper-Titer auf. "Man muss damit davon ausgehen, dass diese Personen nicht vor einer Infektion geschützt sind."

Insgesamt sind fünf Forschungscluster der MedUni Wien etabliert. Dort werden in der Grundlagen- wie in der klinischen Forschung vermehrt Schwerpunkte an der MedUni Wien gesetzt. Die Forschungscluster umfassen medizinische Bildgebung, Krebsforschung/Onkologie, kardiovaskuläre Medizin, medizinische Neurowissenschaften und Immunologie.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Universität Wien (MedUni Wien)

Mehr über die MedUni Wien unter: www.meduniwien.ac.at