Es handelt sich dabei um den Wirkstoff GVAX von Cell Genesys Inc, der jetzt auf dem "2007 Gastrointestinal Cancers Symposium (GCS)" vorgestellt wurde. Die Idee hinter diesem Impfstoff ist folgende: Das Immunsystem ist nach der Operation eines Pankreaskarzinoms noch immer in Ordnung, muss aber neu trainiert werden, um die fremden Pankreas-Karzinomzellen zu erkennen. Die GVAX-Vakzine wird aus Zellen des Pankreaskarzinoms extrahiert, mit Strahlen behandelt und dann genetisch so verändert, dass sie "granulocyte-macrophage colony-stimulating factor (GM-CSF)" sekretiert. Dieses GM-CSF soll dann Immunzellen anlocken.

Dies scheint auch in Ansätzen zu funktionieren, wie jetzt eine Phase 2-Studie beweist. 60 Patienten mit einem operablen Pankreas-Adenokarzinom nahmen daran teil. Bei ihnen hatten sich bereits Metastasen gebildet. Alle Patienten wurden acht bis zehn Monate nach der Operation geimpft. Danach erhielten sie eine Chemotherapie mit 5-Fluorouracil plus Radiotherapie.

Nach dieser Behandlung lag die Ein-Jahres-Überlebensrate bei 88 Prozent und die Zwei-Jahres-Überlebensrate bei 76 Prozent. Dies ist deutlich besser als die bislang bekannten Daten. Nach alleiniger Operation überlebten bislang nur 63 Prozent der Patienten das erste Jahr und 42 Prozent das zweite. Wissenschaftler wollen die Ergebnisse ihrer Studie nun mit älteren Daten zur Überlebensrate nach kombinierter Operation und Chemotherapie mit Radiotherapie vergleichen. Der erste Eindruck sei aber, dass die Impfung der alleinigen Operation mit anschließender Chemoradiatio überlegen sei, sagten sie auf dem GCS-Kongress.

Dies soll nun eine prospektive und randomisierte Studie im größeren Rahmen zeigen. Wissenschaftler planen eine große Phase-3-Studie, um den besten Zusammenklang von Operation, Chemotherapie, Radiotherapie und gegebenenfalls therapeutischer Impfung zu erforschen.

MEDICA.de; Quelle: 2007 Gastrointestinal Cancers Symposium (GCS) Abstract 106