Impfung gegen Nierenkrebs

Killerzellen könnten Nierenkrebs
bald den Garaus machen
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Krebszellen verraten sich gegenüber dem Immunsystem durch das Vorhandensein von verdächtigen Eiweiß-Molekülen auf ihrer Oberfläche - den so genannten Tumor-Antigenen. Spüren Abwehrzellen diese Strukturen auf, lösen sie eine Immunreaktion im Körper aus. "Die Immunantwort ist jedoch meist zu schwach, um die bösartigen Zellen effektiv zu vernichten", erklärt Stevanovic vom Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen.

Im Mittelpunkt der körpereigenen Abwehr stehen die so genannten T-Zellen. Sie kommen in zwei Formen vor: Während die T-Killerzellen das "Fußvolk" für die grobe Arbeit sind, stellen die T-Helferzellen die "Dirigenten" einer Immunreaktion dar, denn sie rufen alle Abwehrzellen des Immunsystems auf den Plan, wenn sie fremde Strukturen erkennen. "Es sind bereits viele Dutzend Tumor-Antigene bekannt, die zu einer Reaktion der T-Killerzellen gegen Krebs führen", erklärt Stevanovic. „Der große Vorteil der von uns entdeckten Tumor-Antigene ist, dass sie auch die T-Helferzellen aktivieren, von denen wir uns eine besonders effektive Immunreaktion versprechen."

Der Tübinger Arbeitsgruppe ist es gelungen, den Bauplan dieser Tumor-Antigene aufzuschlüsseln. So können sie diese im Labor herstellen und für eine Immuntherapie einsetzen. Drei dieser Tumor-Antigene werden derzeit an der Klinik für Urologie unter der Leitung von Professor Dr. Arnulf Stenzl in klinischen Studien als Impfstoff zur Immuntherapie bei Nierenzellkrebs erprobt.

"Dabei konnten wir bereits ein Ansprechen von T-Zellen in Patienten beobachten, ohne dass schwerwiegende Nebenwirkungen auftraten. Zudem ist die Impfung technisch einfach", erklärt Stevanovic. "Die tatsächliche Bedeutung für die klinische Praxis können wir jedoch erst nach einer Zwischenauswertung - voraussichtlich Ende 2007 - beurteilen." Diese Art der Immuntherapie könnte in Zukunft insbesondere dafür eingesetzt werden, um Tumorreste, die beispielsweise nach einer Operation noch im Körper sind, zu vernichten.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V