Mäßige körperliche Aktivität und Sport senken das kardiovaskuläre Risiko. Andererseits kann Sport bei besonders disponierten Personen auch zum plötzlichen Herztod führen. Sport zu treiben alleine ist also noch keine Garantie für körperlichen Nutzen. In vielen Fällen kann es nötig sein, zuvor den Arzt aufzusuchen und sich gründlich untersuchen zu lassen. Die amerikanischen Fachgesellschaften „American Heart Association (AHA)“ und „American College of Sports Medicine“ haben daher nun alle verfügbaren Daten zum Thema Sport zusammen getragen und Leitlinien erstellt. Unter anderem sagt dieses Papier:

Das Risiko eines plötzlichen Herztods liegt bei 0.9 pro 100.000 bei Nichtsportlern und ist mit 2.3 pro 100.000 Sportlern wesentlich höher. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Sportler am plötzlichen Herztod stirbt, ist beim Sport etwa 25mal höher als wenn er in Ruhe ist. Meist geschieht dies am späten Nachmittag oder frühen Abend.

Die häufigsten Grunderkrankungen, die bei jungen Sportlern zum plötzlichen Herztod führen, sind die hypertrophe Kardiomyopathie oder anormale Koronararterien. In solchen Fällen ist das Risiko durch Sport wahrscheinlich höher als der mögliche Nutzen. Bei älteren Sportlern dagegen überwiegt die koronare Herzkrankheit als Todesursache beim Sport.

Wenn Personen, die normalerweise eher sitzend tätig sind, sich beim Sport überanstrengen, dann steigt kurzfristig das Risiko eines Myokardinfarkts. Regelmäßig betrieben jedoch senkt Sport das Risiko einer koronaren Herzkrankheit.

Lassen sich Sportler kardiologisch untersuchen, bevor sie an einem sportlichen Ereignis teilnehmen, dann kann dies die Rate plötzlicher Herztode um bis zu 90 Prozent senken. Ist bei einer Person eine koronare Herzkrankheit bekannt, sollte sie sich auf jeden Fall testen lassen, bevor sie mit dem Training beginnt.

MEDICA.de; Quelle: Circulation 2007, Vol. 115, S. 2358-2368