In den Hausarztpraxen gegen glimmende Stängel

Effizient gegen giftigen Qualm
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Ergebnisse einer aktuell beendeten Studie in Arztpraxen Mecklenburg- Vorpommerns, in der die Wirksamkeit von Kurzinterventionen bei rauchenden Patienten getestet wurde, zeigen Aufhörraten von bis zu 18 Prozent. Auch zeigte die Studie, dass Beratungsansätze von Rauchern angenommen werden, unabhängig davon, ob sie motiviert sind mit dem Rauchen aufzuhören oder nicht. Einer Kurzberatung durch den vertrauten Hausarzt standen vier von fünf Rauchern aufgeschlossen gegenüber.

Anliegen der Arbeit der Greifswalder Gesundheitsforscher ist es, Kurzberatungen zum Rauchen dort anzubieten, wo viele Raucher erreicht werden. Ein Anteil von mehr als 70% in der Bevölkerung sucht mindestens einmal im Jahr den Hausarzt auf. Daher sollen die gewonnen Erkenntnisse auch dort umgesetzt werden. Momentan beteiligen sich bereits 78 niedergelassene Allgemeinmediziner mit Engagement an der Studie.

Es ist in Deutschland der erste Versuch, in diesem Umfang Beratungskonzepte für Raucher in die ärztliche Sprechstunde zu integrieren. Die Teilnahme an der Einführung des Interventionsprogramms wird für den Arzt mit sieben Fortbildungspunkten honoriert. Der zeitliche und personelle Aufwand für eine Beratung wird mit einem symbolischen Beitrag von fünf Euro vergütet.

Raucher, die derzeit als Patienten bei ihrem Hausarzt am Beratungsprogramm teilnehmen, erhalten ein maßgeschneidertes Angebot. Konkret heißt das beispielsweise: Raucht jemand gern oder kann sich ein Leben ohne Zigarette nicht vorstellen, geht es zunächst darum, die ganz persönlichen Gründe zu erkennen, die für oder gegen eine gesündere Lebensweise sprechen. Hat sich ein Patient bereits zu einem Aufhörversuch entschlossen, wird er fachkundig über wichtige Tricks und Fallen auf dem Weg zum Nichtraucher informiert.

MEDICA.de; Quelle: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald