Das hat eine Studie unter der Leitung von Dr. Mary C. M. Macintosh von der "Confidential Enquiry into Maternal and Child Health in London" gezeigt. Ihre Arbeitsgruppe untersuchte die Daten von 2.359 Schwangerschaften in 231 Geburtskliniken von England, Schottland und Nordirland zwischen März 2002 und Februar 2003. Alle untersuchten Schwangeren litten an einem Diabetes mellitus vom Typ 1 (1707 Frauen) oder 2 (652 Frauen). Lediglich 596 Frauen (37 Prozent) hatten einen HbA1c-Wert unter sieben Prozent.

Die perinatale Mortalität lag bei 31,7 beziehungsweise 32,2 pro 1000 Geburten bei Diabetes mellitus Typ 1 beziehungsweise Typ 2. Das entspricht ungefähr dem vierfachen des Wertes in der gesunden Bevölkerung im Jahre 2002 (8,5 Todesfälle pro 1.000 Geburten).

Bei den Kindern der diabeteskranken Schwangeren traten 141 schwerwiegende kongenitale Abnormalitäten auf. Dies entspricht einer Rate von 46 pro 1.000 Geburten und ist mehr als doppelt so hoch wie bei der gesunden Vergleichsbevölkerung (21 kongenitale Störungen pro 1.000 Geburten).

Verglichen hat man auch die Arten der Störungen. Besonders häufig treten bei Neugeborenen diabeteskranker Mütter Störungen des zentralen Nervensystems (2,7fach erhöht) und des Herzens (3,4fach erhöht) auf. Die meisten zentralnervösen Komplikationen bezogen sich auf Neuralrohrdefekte. Die Studienleiter empfehlen daher, schwangeren Diabetikern besonders hohe Folsäuredosen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche zu verordnen.

Das Ergebnis dieser Studie ist beunruhigend, wie auch die Studienleiter schreiben. Wenn man bedenkt, dass immer mehr junge Frauen an Diabetes mellitus erkranken und die untersuchten Schwangeren in der Mehrzahl suboptimal eingestellt waren, dann gibt das Anlass zu Befürchtungen für die Zukunft.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Online First