In Deutschland rauchen über 30 Prozent der Bevölkerung. Aufgrund des starken Abhängigkeitspotentials von Nikotin gelingt es nur wenigen Rauchern, ihr Verhalten zu ändern und von ihrer Sucht zu lassen. Es gibt verschiedene Raucherentwöhnungsprogramme, die teilweise ambulant, zum Teil auch in Kliniken durchgeführt werden. Ziel einer Untersuchung war, ein neu etabliertes Raucherentwöhnungsprogramm an einer Klinik der Maximalversorgung zu evaluieren.

Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer lag bei 45,5 Jahren; 60,4 Prozent waren weiblich. Die Probanden hatten eine mittlere Tabakabhängigkeit von 5,1 Punkten nach Fagerström. Das kognitiv-verhaltenstherapeutische Raucherentwöhnungsprogramm bestand aus acht Einheiten. Pharmakologische Unterstützung wurde empfohlen. Nach sechs und zwölf Monaten wurde eine standardisierte Nachbeobachtung durchgeführt.

Über einen Zeitraum von 21 Monaten nahmen 275 Personen am Programm teil. Am Ende des Programms waren 72 Prozent, nach sechs Monaten 37,6 Prozent und nach zwölf Monaten 27,1 Prozent der Studienteilnehmer rauchfrei. Bei Teilnehmern, die noch nicht nach einem Jahr evaluiert wurden, ergab sich eine 6-Monats-Punkt-Prävalenz von 45,7 Prozent. Personen, die am Kursende nicht rauchfrei waren, hatten ihren Zigarettenkonsum immerhin mehr als halbiert. Im 6-Monats-Follow-up rauchten diese Teilnehmer durchschnittlich 18,0 Zigaretten/Tag und im 12-Monats-Follow-up 19,0 Zigaretten/Tag (p kleiner 0.001). Berechnungen ergaben, dass jedes gewonnene Lebensjahr durchschnittlich 250 Euro kostet.

Damit ist nach Ansicht der Studienautoren bewiesen, dass ein Raucherentwöhnungsprogramm an einer großen Klinik etabliert werden kann. Die Ergebnisse entsprechen international publizierten Erfahrungen und bestätigen, dass die Raucherentwöhnung eine ausgesprochen effektive und kostengünstige Therapie ist.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Medizinische Wochenschrift 2006, Vol. 131, S. 197-202