Individueller Bauchschnitt empfohlen

Foto: Großes Pflaster bedeckt Bauch eines Patienten

Ein Studienpatient nach der Bauch-
Operation; © Uni Heidelberg

Bei größeren Operationen muss der Bauch mit einem langen Schnitt eröffnet werden. "Ob dieser Schnitt quer oder längs durchgeführt wird, hängt in erster Linie von der Vorliebe des Chirurgen ab und ist bislang noch nie wissenschaftlich untersucht worden", erklärt Professor Markus W. Büchler, Geschäftsführender Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg.

Die Studie an 200 Patienten wurde durchgeführt, um nachhaltig zu klären, ob die beiden Methoden gleichwertig sind, und der Chirurg somit die freie Wahl hat, berichtet Doktor Christoph Seiler, Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie.

Die Studie erfolgte "doppelblind": Weder Patient noch behandelnder Arzt oder Pflegepersonal wissen, welche Therapie der Patient erhält. Der Chirurg, der die Operation durchführt, nimmt nicht an der Erhebung der Studiendaten teil. Noch im Operationssaal erhält der Patient einen großen Bauchverband, der erstmals zwei Tage nach der Operation abgenommen wird. "Die Patienten können nicht einschätzen, wie sie operiert wurden“, berichtet Seiler. Vor Entfernung des Verbandes wird die verbrauchte Schmerzmittelmenge ermittelt, und der Patient beurteilt anhand einer Skala den empfundenen Schmerz.

Schmerzmittelverbrauch und Schmerzgrad unmittelbar nach der Operation waren bei beiden Verfahren gleich. Auch bei den langfristigen Komplikationen gab es kaum Unterschiede: Die Patienten wurden zweimal, einen Monat und ein Jahr nach dem Eingriff, untersucht. Die Studienärzte überprüften dann mögliche Operationsfolgen wie Sterblichkeit, Atemprobleme, Verdauungsprobleme, Länge des Krankenhausaufenthaltes, Narbenbrüche und Wundinfektionen.

Es zeigten sich keine statistischen Unterschiede zwischen den beiden Gruppen, nur die Wundinfektionen sind beim queren Bauchschnitt signifikant höher. Eine genaue Erklärung haben die Wissenschaftler dafür noch nicht.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg