Die Preisträger der renommierten Auszeichnung werden vom Wissenschaftlichen Beirat der Robert-Koch-Stiftung ausgewählt.

Volkhard A .J. Kempf studierte Medizin in Würzburg und Oxford, und war Arzt im Praktikum am Max-von-Pettenkofer- Institut der Universität München, wo er 1999 promovierte. Er folgte später seinem Betreuer Prof. Ingo Autenrieth, der die Leitung des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am Universitätsklinikum Tübingen übernahm.

Die Stiftung zeichnet Dr. Kempf für seine originellen Arbeiten über das Bakterium Bartonella henselae aus. Dieser Krankheitserreger hat die einzigartige Eigenschaft, die Neubildung von Blutgefäßen zu induzieren. Die Arbeiten von Herrn Kempf befassen sich mit der Wirkweise der Faktoren, welche für die Induktion des Wachstums von Blutgefäßen verantwortlich sind.

Er konnte zeigen, dass der Wachstumsfaktor VEGF von den infizierten Zellen sezerniert wird, und dieses Molekül stimuliert das Wachstum der Endothelzellen, welche kleine Blutgefäße von innen auskleiden. Darüber hinaus erwies sich, dass das Programm zum Gefäßwachstum über einen eigenen Genregulator ausgelöst wird, der als HIF-1 bezeichnet wird. HIF-1 wird durch ein Bakterienprotein induziert, das die Arbeitsgruppe als Bartonella- Adhäsin A bezeichnet.

Die Erkenntnis, dass Bakterien-Bestandteile die Aktivierung eines Gefäß-Wachstumsprogramms auslösen können, trägt zum tieferen Verständnis von Infektions-, Entzündungs- und Gefäßwachstums- Prozessen wesentlich bei. Dies könnte erwarten lassen, dass solche Substanzen auch für den Einsatz in neuen Behandlungskonzepten bei Durchblutungsstörungen geeignet sein könnten und die Beobachtungen dürften Bedeutung für die künftige Therapie bakterieller Infektionserkrankungen haben.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Tübingen