Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im lokal fortgeschrittenen inoperablen Stadium erreichen durch die Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie bessere Ansprechraten und besseres Überleben. Noch nicht bekannt ist, welche Kombination und Sequenz von Strahlentherapie und Chemotherapie am besten sind.

Ein deutsches Forscherteam untersuchte in einer randomisierten Studie, ob nach zwei Zyklen einer Induktionschemotherapie mit Paclitaxel 200 mg/m2 und Carboplatin AUC 6 bei inoperablen Patienten im lokal fortgeschritenen Stadium die simultane niedrig dosierte Radiochemotherapie mit Paclitaxel 60 mg/m2 wöchentlich der alleinigen Strahlentherapie überlegen ist.

In die Studie wurden 303 Patienten eingeschlossen. Nach der Induktionschemotherapie hatten 219 Patienten mindestens stable disease und wurden nicht operabel, so dass die Randomisierung erfolgen konnte. Im simultanen Arm betrug das progressionsfreie Überleben 11,43, im Strahlentherapie-Arm 5,57 Monate (p gleich 0.0003).

Das mediane Gesamtüberleben war 18,67 versus 14,1 Monate (nicht signifikant). In 62,1 Prozent versus 83,8 Prozent (p kleiner 0.001) kam es zu Rezidiven - ohne Unterschiede im Rezidivmuster. Die Toxizität war nicht statistisch signifikant unterschiedlich. Gleichzeitig wurde die Lebensqualität von den Patienten im simultanen Arm signifikant besser bewertet.

Damit verbessert bei inoperablen Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom im lokal fortgeschrittenen inoperablen Stadium die Kombination aus Induktionschemotherapie und zur Strahlentherapie simultaner niedrig dosierter Chemotherapie im Vergleich zur Kombination von Induktionschemotherapie und alleiniger Bestrahlung signifikant Rezidivverhalten und Zeit zur Progression, ohne die Toxizität zu erhöhen oder die Lebensqualität negativ zu beeinflussen. Die Überlebenszeiten sind noch nicht reif.

MEDICA.de; 111. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin