Für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer bringe die Stellungnahme mehr Rechtsklarheit und schränke Diskriminierungen ein. Dies sei Voraussetzung für die Akzeptanz solch wichtiger Testverfahren, betonte VDGH-Geschäftsführer Dierk Meyer-Lüerßen.

Der Ethikrat hatte sich mit der Frage befasst, ob Arbeitgeber die Einstellung eines Bewerbers aufgrund von Testergebnissen ablehnen dürfen, die nichts mit seiner aktuellen gesundheitlichen Eignung zu tun haben, sondern die ein Gesundheitsrisiko für die Zukunft erkennen lassen. Der Rat kam zu dem Schluss, dass solche voraussagenden Untersuchungsergebnisse nur begrenzt verwertet werden dürfen, etwa, wenn die prognostizierte Krankheit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kurz nach Arbeitsaufnahme ausbrechen würde.

Er begründet diese Haltung unter anderem damit, dass die Veranlagung für eine spätere Erkrankung dank moderner Diagnostik relativ sicher festgestellt werden kann, sich jedoch nicht voraussagen lässt, wann und ob diese Krankheit bei dem jeweils Betroffenen tatsächlich ausbrechen wird.

Der VDGH hatte sich frühzeitig für eine möglichst klare Regelung zum Umgang mit voraussagenden Testergebnissen ausgesprochen und – wegen der erheblichen Auswirkungen auf die Lebensplanung eines Menschen - auf eine äußerst zurückhaltende Nutzung dieser Daten gedrängt. Durch die Stellungnahme des Ethikrats sieht sich der Verband in seiner Haltung bestätigt.

Solche Untersuchungen sollen – so der VDGH - nur mit dem Einverständnis der Betroffenen und nach vorheriger Aufklärung über die Folgen eventuell negativer Ergebnisse durchgeführt werden. Sie dürfen nicht zur Diskriminierung der Betroffenen führen, etwa durch Arbeitgeber oder Versicherungen. Der VDGH begrüßt, dass der Ethikrat keine Unterscheidung zwischen konventionellen medizinischen Untersuchungen und Gentests macht, schließlich sei es unerheblich, auf welche Weise die Ergebnisse ermittelt würden, betonte der VDGH.

MEDICA.de; Quelle: Verband der Diagnostica-Industrie e. V.