Zum ersten Mal haben Wissenschaftler damit die "Hygiene-Hypothese" mit ischämischen Herzerkrankungen wie der Koronaren Herzkrankheit (KHK) in Verbindung gebracht. Die Hygiene-Hypothese besagt, dass durch die verbesserte Hygiene in den letzten Jahrzehnten der Anstieg von allergischen Erkrankungen, Asthma und der Multiplen Sklerose begünstigt wurde.

Wissenschaftler des University Hospital in Lund, Schweden, befragten 350 Patienten mit instabiler Angina pectoris beziehungsweise einem Myokardinfarkt und verglichen sie mit 350 Personen ohne solche Erkrankungen. In einem Fragebogen gaben alle 700 darüber Auskunft, ob sie in ihrer Kindheit an bestimmten Infektionen gelitten hatten wie unter anderem Masern, Windpocken oder infektiöser Mononukleose.

Alle diese Erkrankungen waren in der Gruppe der Kontrollpersonen signifikant häufiger aufgetreten. Mehr noch: Es scheint eine inverse Korrelation zu geben zwischen der Zahl der Infektionen und dem KHK-Risiko: Je häufiger die Testpersonen in ihrer Kindheit infiziert waren, desto geringer ihr späteres KHK-Risiko. Zwei Infektionen senken das Risiko um 40 Prozent, vier Infektionen um 60 Prozent. Waren die Testpersonen gar sechs Mal erkrankt als Kind, dann lag ihr KHK-Risiko um 90 Prozent unter dem der niemals Erkrankten.

Das Ergebnis dieser Studie ist interessant, aber vorläufig, wie die Studienleiter selbst schreiben. Neue und größere Studien müssten dieses Ergebnis festigen. Keinesfalls könne man aus dem Ergebnis dieser Studie ableiten, dass Kinder nicht mehr geimpft werden sollten.

MEDICA.de; Quelle: IV. World Congress of Pediatric Cardiology and Cardiac Surgery