Infektionen im diabetischen Gewebe

Foto: Mann und Reagenzgläser

Die Forscher erhoffen sich neue Er-
gebnisse, um wirksamere Therapien
entwickeln zu können;© pantherme-
dia.net/Marina Bartel

Die Zahl der Diabetiker ist in den letzten Jahrzehnten weltweit stark angestiegen. Somit werden auch Begleiterscheinungen der Krankheit zu einem wichtigen Problem für die Medizin.

Für mehr als 15 Prozent der 200 Millionen Diabetes-Patienten weltweit sind Infektionen des Fußes ein ernstes gesundheitliches Problem. Eine komplexe Zusammensetzung verschiedener Bakterienarten, von denen die meisten bis heute nur wenig untersucht sind, besiedeln die Wunden. Die häufigste Komplikation ist eine Infektion mit Staphylococcus aureus-Bakterien, die tief in das Gewebe eindringen und zu einer Entzündung des Knochens führen können. „Diese Art von Infektion erschwert die Behandlung eines Diabetes-Fußes erheblich“, sagt Doktor Eva Medina, Leiterin der HZI-Arbeitsgruppe „Infektionsimmunologie“ und Projektkoordinatorin. „Wir wollen das Zusammenspiel der Bakterien verstehen, das zu einer Infektion des Fußes und des Knochens führt.“

Dazu untersuchen die Forscher mithilfe der sogenannten Metagenomik, wie sich Bakterien und Patient gegenseitig beeinflussen: Welche Bakterien führen zu einer Infektion? Welche Bakterien schließen sich zu Gemeinschaften zusammen, die eine Behandlung erschweren? Welche Gene werden in den Bakterien und in den infizierten Geweben des Patienten zu welchem Zeitpunkt ein- und ausgeschaltet? „Unser Ziel ist es, bakterielle Faktoren zu identifizieren, die maßgeblich an einem Fortschreiten der Infektion im Fuß und im Knochen beteiligt sind“, so Medina. Das Projekt werde in Zukunft wertvolle Informationen liefern, die die Diagnose, die Vorbeugung und die Behandlungsmöglichkeiten von diabetischen Fußinfektionen sowie deren Komplikationen verbessern werden.

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung