Jahrelang hat man das Follikel-Stimulierende Hormon (FSH) als den entscheidenden und wichtigsten Marker der männlichen Fertilität angesehen. Dieses Hormon kann auch helfen, zwischen peripheren und zentralen Störungen der Fertilität zu unterscheiden.

Eine neue Studie hat diesen Status des FSH nun erschüttert. Das Inhibin B könnte sich als neuer, wichtiger Marker der männlichen Fertilität und Spermatogenese etablieren, sagen Dr. Ashok Agarwal und seine Mitarbeiter an der Cleveland Clinic Foundation, Ohio, USA, nachdem sie 75 Männer im Durchschnittsalter von 31,2 Jahren mit Fertilitätsproblemen untersucht haben. Zwölf Männer im Durchschnittsalter von 32,1 Jahren mit nachgewiesener Fertilität dienten als Vergleichspersonen. Bei allen Probanden untersuchte die Arbeitsgruppe die Qualität des Spermas gemäß der Richtlinien der World Health Organization (WHO). Insbesondere erhob man die Spiegel verschiedener Hormone und Substanzen.

Bei den infertilen Männern waren sowohl die Testosteron- als auch die Inhibin B-Spiegel signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe (Inhibin B: 116.4 versus 181.2 pg/mL, p gleich 0.008; Testosterone: 13.6 versus 25.1 nmol/L, p gleich 0.008). Außerdem korrelierten die Spermienzahlen sowie das Hodenvolumen signifikant mit dem Inhibin B-Wert. Dieser Zusammenhang war jedenfalls enger als mit FSH. Außerdem korrelierte Inhibin B negativ mit dem FSH-Wert und dem Spiegel des Luteinisierenden Hormons (LH). Es korrelierte aber positiv mit dem Testosteronwert.

Aus diesen Ergebnissen schließen die Wissenschaftler, dass Inhibin B besser geeignet ist, um eine männliche Infertilität zu diagnostizieren als FSH oder LH. Außerdem könnte man dieses Hormon nutzen, um die Fortschritte einer Infertilitätsbehandlung zu messen. Inhibin B wird in den Hoden gebildet.

MEDICA.de; Quelle: Fertility and Sterility 2006, Vol. 86, S. 332-338