Instabilität lässt sich durch 3D-Darstellung zeigen

Die Schulteransicht in 3D verrrät
dem Arzt einiges mehr
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Bei einer Luxation des Schultergelenkes springt der Oberarmkopf aus der Gelenkpfanne. Diese sehr schmerzhafte Luxation ist die häufigste Verrenkung der Gelenke, begünstigt durch die anatomische Beschaffenheit des Schultergelenkes mit relativ großem Kopf und kleiner Pfanne, die die große Beweglichkeit der Schulter erst möglich macht. Ist die Verschiebbarkeit des Oberarmkopfes in der Gelenkpfanne, fachsprachlich auch glenohumorale Translation genannt, aber besonders hoch, kann daraus eine Schulterinstabilität resultieren, die dann leicht zur Schulterluxation führen kann. Durch eine Operation mit anschließender Rehabilitation kann der Zustand normalisiert werden.

Diesen Zusammenhang untersuchte Dr. med. Michael Thomas von der Orthopädischen Klinik in Zusammenarbeit mit der Klinik für Diagnostische Radiologie und dem Institut für Sportmedizin an der Universität Leipzig in seiner Habilitationsschrift.

Normalerweise wird die Verschiebbarkeit des Gelenkkopfes durch Ultraschall oder mittels elektromagnetischer Sensoren gemessen. Diese Messungen sind aber auf zwei Dimensionen beschränkt. Mit einer 3D-Translationsmessung kann die Positionsänderung des Oberarmkopfes wesentlich genauer erfasst werden. Das gelang dem Leipziger Orthopäden mit Magnet-Resonanztomografieaufnahmen, die anschließend dreidimensional bearbeitet wurden.

Die Bilder ergaben bei Patienten mit Schulterinstabilität eindeutig eine vermehrte Verschiebbarkeit des Oberarmkopfes in der Instabilitätsrichtung, d.h. in Richtung des vorderen Pfannenrandes, die hauptsächlich für nachfolgende Verletzungen verantwortlich ist. Dem Orthopäden gelang es weiterhin, das Ausmaß der Instabilität zu beurteilen. Bei schulteroperierten Patienten konnte das Ergebnis der Operation mit anschließender standardisierter Rehabilitation quantitativ eingeschätzt werden.

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig