Intensivstation versieht Kontaktflächen mit Kupfer

Foto: Türgriff aus Kupfer

Auf mit Kupfer belegten Kontaktflächen, wie
diesem Türgriff, ist die Keimdichte stark
reduziert; © Deutsches Kupferinstitut/Nina
Passoth

Neue Wege in der Infektionsprophylaxe zu beschreiten, ist für Reinhard Tennert, Geschäftsführer am AKH, eine Selbstverständlichkeit. Mit Blick auf die Todesfälle bei Neonaten in den Kliniken Mainz (2010) und Bremen (2011) hat sich das Hagener Krankenhaus in diesem Jahr entschieden, erste Kontaktflächen auf der Kinder-Intensivstation mit antimikrobiellen Bauteilen auszustatten. "Uns ist es wichtig, frühzeitig in ergänzende Hygienemaßnahmen zu investieren und dadurch für unsere jüngsten Patienten bestmöglichen Schutz vor Verkeimung zu bieten", betont Tennert. "Krankheitsfälle wegen mangelnder Hygiene sind ethisch nicht vertretbar, mit Behandlungskosten von bis zu einer Viertelmillion Euro pro Behandlungsfall ökonomisch extrem belastend und schaden nicht zuletzt dem Image der gesamten Einrichtung."

Für Reinhard Berkemeier als extern beauftragte Hygienefachkraft am AKH war das Thema "antimikrobielles Kupfer" anfänglich nur wenig bekannt. "Mit Interesse habe ich internationale Studienergebnisse gelesen, welche allesamt die Reduktion von pathogenen Organismen auf definierten Kupferlegierungen belegt haben - und das in vielen Fällen sogar mit bis zu 97 Prozent der Keimdichte."

Für die Umsetzung der Sanierungsarbeiten galt es, Quellen nosokomialer Infektionen zu identifizieren. "Da Tür- und Fenstergriffe am häufigsten von medizinischem Personal wie auch von Besuchern berührt werden, wurden diese komplett ausgetauscht und mit Kupfer-Beschlägen versehen", schildert Peter Uszkoreit, technischer Leiter am AKH. Er ist vom multidimensionalen Ansatz im Hygienekonzept überzeugt und wünscht sich baldmöglichst die Ausstattung weiterer zentraler Kontaktflächen mit Kupfer, wie Lichtschalter und Bettengriffe.

Die zweite Sanierungsphase in der Kinderklinik des AKH ist für Anfang 2013 geplant. Dann werden im Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) definierte Einrichtungsgegenstände auf entsprechende Produkte mit antimikrobiellen Kupferoberflächen umgerüstet.

Dass die Umrüstung auf kupferhaltige Kontaktflächen nur geringe Mehrkosten nach sich zieht, schätzt Reinhard Tennert als wichtigen Beitrag der Hersteller - so können zeitgemäße Hygienemaßnahmen ohne Budgetanpassung realisiert werden.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Kupferinstitut