Dies hat jetzt ein internationales Forscherteam auf dem Jahreskongress der "American Academy of Neurology" (AAN) vorgetragen. Nach ihrer Ansicht könnte das die Kontroverse beenden, ob eine Behandlung mit Interferon im frühen Stadium einer MS tatsächlich nützlich ist.

Offenbar ist das so, wie die "Betaseron in Newly Emerging Multiple Sclerosis for Initial Treatment (BENEFIT)"-Studie zeigt. An dieser doppelblinden, randomisierten Studie nahmen 468 Patienten teil. Alle Studienteilnehmer hatten einen ersten Demyelinisierungsschub, der auf eine MS schließen ließ. Außerdem konnten bei allen in der Magnetresonanztomographie mindestens zwei klinisch unauffällige Läsionen nachgewiesen werden. 292 Patienten erhielten Interferon beta-1b, 176 Patienten Placebo. Die Medikation beziehungsweise das Placebo nahmen sie solange ein, bis eine MS endgültig nachgewiesen wurde, längstens aber 24 Monate.

45 Prozent der Patienten unter Placebo, aber nur 28 Prozent unter dem Wirkstoff, hatten zum Ende der Studie tatsächlich eine MS, nachgewiesen anhand der McDonald-Kriterien. Unter dem Verum dauerte es durchschnittlich 363 Tage länger, bis sich eine MS nachweisen ließ. Die Behandlung mit Interferon beta-1b konnte die Progression bis zur klinischen Diagnose tatsächlich signifikant verzögern (p kleiner 0.0001). Auch der Zeitraum bis die McDonald-Kriterien erfüllt wurden, war unter dem Wirkstoff signifikant länger (p kleiner 0.00001). Es lässt sich errechnen, dass das Risiko einer klinisch nachweisbaren MS unter Interferon beta-1b um 50 Prozent gesenkt werden kann und das Risiko einer Diagnose gemäß McDonald-Kriterien um 46 Prozent.

Damit ist nach Ansicht der Studienautoren der Nutzen einer frühzeitigen Therapie mit Interferon beta-1b bewiesen.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Neurology (AAN) 58th Annual Meeting; Abstract S02.001