Bei Patienten mit ersten klinischen Anzeichen von Multipler Sklerose verzögerte eine Behandlung mit Interferon beta-1b 250 mcg im Vergleich zu Placebo den Beginn klinisch gesicherter Multipler Sklerose um ein Jahr (363 Tage). Dies folgt aus neuesten Ergebnissen der BENEFIT (Betaferon/Betaseron in Newly Emerging MS For Initial Treatment) Studie. Diese multizentrische, doppelblinde, randomisierte Phase-III-Studie wurde an 98 Zentren in 20 Ländern durchgeführt und umfasste bei einer Laufzeit von bis zu 24 Monaten insgesamt 487 Patienten, die zuvor nur eine einzige klinische Episode gezeigt hatten.

Die Ergebnisse der Studie ergaben, dass die Behandlung die Entwicklung von Multipler Sklerose entscheidend hinauszögern kann. Am 255. Tag der Studie hatte ein Viertel der Patienten in der Placebo-Gruppe Multiple Sklerose entwickelt, während es 618 Tage für eine vergleichbare Zahl von Patienten in der behandelten Gruppe brauchte, um klinisch gesicherte Multiple Sklerose zu entwickeln. Am Ende der Zweijahresperiode hatten 45 Prozent der Placebo-Gruppe im Vergleich zu 28 Prozent der mit Interferon beta-1b behandelten Gruppe (p kleiner 0,0001) Multiple Sklerose entwickelt, was einer relativen Risikoverminderung von 50 Prozent für die mit Interferon beta-1b behandelte Gruppe entspricht.

Die Studie zeigte auch, dass Personen, die auf Multiple Sklerose hinweisende Symptome haben, bereit sind, diese Behandlung, die jeden zweiten Tag eine subkutane Injektion erfordert, zu akzeptieren und zu befolgen. 94 beziehungsweise 93 Prozent der Placebo beziehungsweise der Interferon beta-1b Patienten führten die zweijährige Studie zuende. Darüber hinaus entschieden sich 95 Prozent aller in Frage kommenden Patienten dafür, an der offenen BENEFIT Nachbeobachtungsstudie teilzunehmen, bei der jeden zweiten Tag Interferon beta-1b gegeben wird.

MEDICA.de; Quelle: 21. Kongress des European Committee for the Treatment and Research in Multiple Sclerosis und 10. Jahrestreffen des Americas Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS/ACTRIMS)