Interferon wirkt bei schwerem Asthma

Hilfe, falls das Luftholen zum Drama
wird; ©, PHIL

Die Ärztin untersuchte in der Studie neun Patienten mit schwerem Asthma bronchiale, die mindesten zwölf Monate mit dem Medikament Interferon behandelt wurden. Im Zentrum der Studie stand die Wirkung des Interferons sowohl auf die Beschwerden als auch auf die Entzündungsvorgänge. Die Behandlung erfolgte in diesem Zeitraum dreimal wöchentlich.

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche, bisher mit anderen Mitteln nicht erreichte Besserung der Symptome. "Die Studie von Dr. Bergmann belegt, dass Interferon wie kein anderes Medikament bei schwerem Asthma helfen kann", fasst Prof. Dr. Dr. Claus Krögel, Pneumologe am Jenaer Uniklinikum und Betreuer der preisgekrönten Arbeit, die Ergebnisse zusammen. "Die Symptome und Anfälle verschwinden, die Patienten sind wieder fast normal belastbar und können zum Teil ihren Beruf wieder aufnehmen", so Krögel zu den konkreten Auswirkungen. "Zudem verbessert sich die Lungenfunktion und wir können sogar die Behandlung mit Kortison, die meist seit Jahren erfolgte, beenden."

Interferon wird seit wenigen Jahren bei der Behandlung von Asthmatikern eingesetzt. Bis dahin waren die Ärzte faktisch nicht in der Lage, schwerstes Asthma wirkungsvoll zu lindern. "Die Situation, in der wir uns vor dem Einsatz von Interferon befanden, kann mit einem Bild verdeutlicht werden: Der Patient ringt ständig verzweifelt nach Luft, während der Arzt eine immer höhere Kortisondosis verabreicht, ohne dass eine echte Besserung eintritt", beschreibt Prof. Krögel die Ausgangssituation.

Die bisherige Therapie mit Kortison erreichte in schwersten Fällen keine wesentlichen Verbesserungen, verursachte aber oft erhebliche Nebenwirkungen wie massive Gewichtszunahme, Osteoporose, Diabetes und Augenerkrankungen. Möglicherweise gibt es für Patienten mit schwerstem Kortison-abhängigem Asthma eine reelle Chance, ein normales Leben zu führen.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena