Um seine Führungsposition im globalen Wettbewerb zu halten muss sich der deutsche Gesundheitssektor verstärkt auch international ausrichten. Mit 4,3 Millionen Beschäftigten und einem Umsatz von 234 Milliarden Euro sind Medizin und Gesundheit bereits der zukunftsträchtigste Sektor der stark exportorientierten deutschen Wirtschaft.

"Die Internationalisierung der Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen ist eine fundamentale Voraussetzung, um international die Führungsposition für das Siegel "Made in Germany" zu bewahren", so der Gesundheitsökonom Stephan von Bandemer vom Institut Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Derzeit werden etwa 54.000 ausländische Gastpatienten im Jahr in Deutschland stationär behandelt, die meisten von ihnen aus den europäischen Nachbarländern, zunehmend aber auch aus Russland und den arabischen Ländern. Insgesamt entscheiden sich bisher aber nur etwa 12 000 ausländische Patienten bewusst für eine medizinische Behandlung in Deutschland, insbesondere bei den onkologischen, orthopädischen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das zeigt, dass die Internationalisierungsstrategien bei den Gesundheitsdienstleistern derzeit noch in den Anfängen stecken. Im Rahmen des Verbundprojektes "Health Care Export" sollen die Rahmenbedingungen zur Internationalisierung von Gesundheitsdienstleistungen aufgearbeitet und Strategien und Instrumente zur Umsetzung entwickelt werden.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Institut Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen in Kooperation mit weiteren Partnern durchgeführt. Das Projekt soll Systemangebote entlang den Krankheitsbildern in der Wertschöpfungskette der Gesundheitswirtschaft entwickeln. Zum Beispiel schließen sich alle Akteure, die mit der Diagnose "Diabetes" verknüpft sind - Krankenhäuser, Reha- und Pflegeeinrichtungen sowie Pharma- und Medizintechnik-Unternehmen - zu Netzwerken zusammen, die sich an spezifischen Zielregionen und Krankheitsbildern orientieren.

MEDICA.de; Quelle: Institut Arbeit und Technik