Internationaler Tag der Patientensicherheit - 17.09.2016

16.09.2016

Unter dem Motto Medikationssicherheit findet dieses Jahr der Internationale Tag der Patientensicherheit statt. Er soll auf Auswirkungen von Medikationsfehlern aufmerksam machen. Dazu wird es Veranstaltungen geben, auf denen Vertreter des Gesundheitswesen neue Konzepte vorstellen und sich untereinander austauschen können.

Bild: Box mit Medikamenten; Copyright: Panthermedia.net/duskbabe

Im Alter ist man immer stärker auf Medikamente angewiesen. Damit steigt auch das Risiko für Medikationsfehler; ©Panthermedia.net/duskbabe

Der Internationale Tag der Patientensicherheit ist eine Initiative im Rahmen des Internationalen Patient Safety Day. Veranstalter der deutsch- österreich- schweizerischen Gemeinschaftsaktion sind das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) (D), die Plattform Patientensicherheit (A) sowie die Stiftung für Patientensicherheit (CH).

Mit dem Tag widmen sich die Veranstalter der Aufgabe, die Bedeutung der Patientensicherheit in der medizinischen Versorgung hervorzuheben. Das diesjährige Motto Medikationssicherheit soll ein größeres Bewusstsein für die Risiken bei der Anwendung von Medikamenten schaffen und neue Lösungswege aufzeigen, wie diese im Alltag so gering wie möglich gehalten werden können.

Das APS setzt sich für Strategien zur Vermeidung unerwünschter Ereignisse ein und bietet mit dem Internationalen Tag der Patientensicherheit eine Plattform für das gemeinsame Engagement aller Beteiligten im Gesundheitswesen.

Medikamente sind im Leben des Menschen nicht mehr wegzudenken. Sie sind notwendig, um Krankheiten zu kurieren, Schmerzen zu lindern und Leben zu retten. Bei falscher Anwendung und Dosierung, Unverträglichkeit und in Kombination mit anderen Medikamenten und Lebensmitteln können sie dem Patienten aber auch schaden. So kommt es, dass 5 Prozent aller Krankenhauseinweisungen auf Arzneimittelwirkungen zurückzuführen sind. Die Hälfte von ihnen kann vermieden werden, 2 Prozent nehmen einen tödlichen Ausgang.

Besonders betroffen von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) sind ältere Menschen. Sie leiden häufig unter mehreren Krankheiten und sind auf eine polymedikamentöse Behandlung angewiesen. Je mehr Medikamente nötig und je komplexer die Einnahmevorschriften sind, desto schlechter ist die Therapietreue. Medikamente werden vergessen, verwechselt oder zu einem falschen Zeitpunkt eingenommen, was Nebenwirkungen und Schäden verursachen kann. Aber auch bei korrekter Einnahme können Wechsel- und Nebenwirkungen auftreten. Häufig werden diese nicht als solche erkannt und es kommt zu Verschreibungskaskaden, was bedeutet, dass weitere Medikamente angesetzt werden, statt die auslösenden Medikamente zu modifizieren. Dies kann auch passieren, wenn die Einnahme verschreibungsfreier Medikamente dem Arzt nicht mitgeteilt wird und es dadurch zu Fehldiagnosen und Komplikationen kommt.

Um Schäden vorbeugen zu können, ist ein gutes Zusammenspiel aller am Medikationsprozess Beteiligten – Arzt, Apotheke, Patient und seine Angehörigen – darum zwingend notwendig. Das Wissen um die Gesamtmedikation des Patienten stellt dabei die Basis für Verbesserungen innerhalb der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) dar.

Alle Einrichtungen des Gesundheitswesens sind eingeladen, mitzuwirken und sich untereinander auszutauschen. Die Beteiligten sollen für die Risiken bei der Anwendung von Medikamenten sensibilisiert werden.

Mehr Informationen zum Internationalen Tag der Patientensicherheit finden Sie auf der offiziellen Kampagnenseite unter: www.tag-der-patientensicherheit.de

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