Internist aus Hannover ausgezeichnet

Der Internist und Leberexperte untersuchte, was Jugendliche über eine durch Viren hervorgerufenen Hepatitis B, wirksamen Schutz und deren Folgen wie etwa Leberzellkrebs wissen. Dafür befragte Wedemeyer 1262 Schüler der achten Klassen aus Gymnasien, Real- und Hauptschulen: Je nach Schulform kennen zehn bis 20 Prozent die Krankheit gar nicht. Die überwiegende Zahl der Schüler hat von einer HBV-Infektion schon gehört. "Die Gefahr der Ansteckung durch Geschlechtsverkehr ist jedoch nur etwa der Hälfte der Schüler bewusst", sagt Wedemeyer. Etwa ein Drittel der Schüler weiß, dass Kondome davor schützen. Mädchen kennen Ihren Impfstatus besser als Jungen.

Insgesamt jedoch wissen Schüler wenig über die entzündliche Lebererkrankung, wie diese sich überträgt und wie sie selbst sich davor schützen können. "Dieses Resultat ist sehr interessant und enttäuschend zugleich und macht einmal mehr deutlich, wie wichtig Aufklärung für Jugendliche über dieses Krankheitsbild ist", betonen die Juroren der DGIM in Ihrem Urteil. Zudem bestätigten die Ergebnisse, dass Impfkampagnen notwendig sind.

Die Studie ist von großer präventivmedizinischer Bedeutung, so die DGIM. Als Oberarzt der Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover beschäftigt sich Wedemeyer seit 1996 mit der Vorbeugung und Behandlung verschiedener durch Viren übertragener Formen von Hepatitis.

Die DGIM verleiht den Präventionspreis jährlich für die beste aus dem deutschsprachigen Raum vorgelegte Arbeit auf dem Gebiet der Primär- und Sekundär-Prävention innerer Erkrankungen. Stifter des Preises ist die Deutsche Stiftung Innere Medizin. Sowohl experimentelle Ergebnisse als auch epidemiologisch interessante Fragestellungen kommen für die Preisverleihung in Betracht.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften